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Vom Buch zum Film: Die 10 größten Buchverfilmungen im Check

Viele Klischees haben einen wahren Kern. So auch das Vorurteil, dass die Verfilmung eines Lieblingsbuches längst nicht so gut ist, wie das auf Papier gedruckte Ursprungswerk. Regisseure und Drehbuchautoren haben es aber auch nicht leicht, was das Verfilmen eines Buchs angeht: Damit ein Film nicht zehn Stunden dauert, müssen sie vieles von der Handlung kürzen. Das Ergebnis gefällt den Fans nicht immer.

Cover "Der Pate"
Im Gegensatz zum Buch, wurde der Pate als Film ein Welterfolg - dank diverser Änderungen © 1990 by PARAMOUNT PICTURES. All Rights Reserved

10. Der Pate (1972)

Ein großer Klassiker der Filmgeschichte, wie der Pate von Francis Ford Coppola, blieb ebenfalls nicht gefeit vor Änderungen im Vergleich zur Romanvorlage. Der Pate basiert auf der Romanvorlage von Mario Puzo, an der Coppola zu Recht einige Änderungen vorgenommen hat. Die mögen zwar subtil sein, aber haben uns ein zeitloses Mafia-Drama beschert. Der Sänger Johnny Fontane möchte beispielsweise unbedingt als Schauspieler Karriere machen. Als ihm das nicht gelingt, heult er sich beim Paten Vito Corleone aus, doch dieser stellt ihn bloß. Im Buch hat der Möchtegernschauspieler eine wesentlich größere Rolle. Im Film hat Regisseur Francis Ford Coppola  darauf verzichtet. Außerdem wird schon in der Romanvorlage ausführlich auf Corleones Hintergründe und Vergangenheit eingegangen. Coppola lässt sich dafür jedoch Zeit und spart die Story für Teil 2 auf. Auch die Ehe zwischen Vitos Sohn Michael (Al Pacino) und seiner Frau Key (Diane Keaton) fällt im Buch weitaus harmonischer aus. In den Filmen wird sie dagegen immer misstrauischer und lehnt sich gegen die dunklen Machenschaften ihres Mannes auf. Eine echte Powerfrau eben. Oder wie viele Menschen gibt es sonst, die sich mit der Mafia anlegen?

Cover "Harry Potter"
Nicht verzaubert, sondern weggelassen - bei Harry Potter haben es aus den Romanen nicht alle Helden ins Kino geschafft © 2008 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved

9. Harry Potter (2001)

Auch der Zauberlehrling und seine Freunde mussten einige Änderungen über sich ergehen lassen. Zum Beispiel Dobby der Hauself blieb nicht verschont. Klein, süß, hilfsbereit und dennoch ein mächtiger Verbündeter ist Dobby auch im Film. Die Zauberer halten Dobby und andere Elfen jedoch als Sklaven. Mithilfe der wahrhaft zauberhaften Hermine durften sie in den Buchvorlagen den Aufstand proben. In den Filmen waren sie dagegen nicht aktiv. Harry Potters erster Kuss war sowohl im Buch, als auch im Film ein großer magischer Moment. In den Büchern nimmt die Beziehung zu seiner ersten großen Liebe Cho Chang allerdings eine noch viel größere Zeitspanne ein. Der gute Harry musste sich hier noch eine ganze Weile länger im Liebeskummer wälzen. Im fünften Film bekam Harry besagten ersten Kuss von ihr. In den Nachfolgefilmen ist sie ohne jede Erklärung verschwunden bzw. darf nur noch im Hintergrund agieren.

Cover "Herr der Ringe"
Auch die Trilogie "Herr der Ringe" kommt nicht ohne Kürzungen aus © 2001 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved

8. Der Herr der Ringe (2001)

„Wo ist Tom Bombadil?“ Das haben sich viele Fans gefragt, als Der Herr der Ringe im Jahr 2001 in die Kinos kam. Den treuen J.R.R.-Tolkien-Anhängern ist es damals wahrscheinlich gleich aufgefallen, dass diese beliebte Figur gänzlich fehlt. Viele haben das dem Regisseur Peter Jackson übel genommen. Und einige kommen auch heute noch nicht damit klar. Trotzdem konnte der Film einige Oscars einsammeln und große Erfolge erzielen. 

Die nächste verzweifelte Frage, die sich die Fans nach dem dritten Kinofilm stellten: „Was ist mit dem Zauberer Saruman passiert?“ Und dieses Mal gesellte sich Saruman-Darsteller Christopher Lee zu den wütenden Fans hinzu. Der weiße, korrupte Zauberer hatte im Buch nämlich noch einen Abschlussauftritt und sogar ein eigenes Kapitel. Aus der Kinofassung wurde das allerdings komplett rausgeschnitten. Lee war damals verständlicherweise ziemlich sauer. Er konnte sich aber beruhigen, nachdem seine Todesszene in der erweiterten Heimkinofassung des letzten Trilogie-Filmes erschien.

Cover "Das Parfüm"
Tom Tykwers Adaption des Romans "Das Parfüm" rief unterschiedliche Reaktionen hervor © 2006 Constantin Film, All rights reserved

7. Das Parfüm (2006)

Serienkiller sind generell schon furchterregende Wesen. Ein Serienmörder, der viele, reichhaltige Düfte wahrnehmen kann, ist aber noch unheimlicher. Patrick Süskind kann sich in seinem Roman viel Zeit für ausführliche Beschreibungen solcher Düfte lassen. Regisseur Tom Tykwer hatte offensichtlich Schwierigkeiten, dies filmisch umzusetzen. Er zeigte dafür Nahaufnahmen der Nasenlöcher seines Hauptdarstellers Ben Wishaw. Außerdem ließ er Wishaw lautstark an verschiedenen Dingen riechen. Das ist zwar nicht unheimlich, dafür aber unheimlich komisch.

Cover "Sakrileg"
Keine dunkle Verschwörung, sondern Anweisung des Regisseurs - Der Roman Sakrileg und die Verfilmung weisen Unterschiede auf © Sony Pictures Entertainment GmbH

6. The Da Vinci Code
– Sakrileg
 (2006)

Der Mystery-Bestseller und seine Verfilmung haben für sehr viel Wirbel gesorgt. Insbesondere die katholische Kirche war nicht allzu begeistert von Dan Browns Thesen. Dennoch waren Buch und Film große Erfolge. Kleine Unterschiede gab es jedoch auch hier. Einer der wichtigsten: Robert Langdons (Tom Hanks) Partnerin Sophie (Audrey Tautou) findet am Ende des Romans heraus, dass ihr Bruder noch lebt. Sie dachte jedoch, er sei bei einem Unfall ums Leben gekommen. Im Film spielt das allerdings keine Rolle.

Cover "Der Vorleser"
Kleine, aber feine Unterschiede zwischen Film und Buch gibt es auch beim "Der Vorleser" © 2008 UNIVERSUM Film GmbH. All Rights Reserved

5. Der Vorleser (2008)

Mehr oder weniger explizite Sexszenen erwartet wohl keiner in einem Zweite-Weltkriegs-Drama. Genau das haben Bernhard Schlinks Buch und der dazugehörige Film unter anderem aber geboten. Kate Winslet beginnt darin als ehemalige KZ-Wächterin Hanna eine Affäre mit dem wesentlich jüngeren Michael (David Kross). Neben den regelmäßigen Sexlehrgängen liest Michael der Analphabetin die großen Werke der Literatur vor. Erst später lernt Hanna selbst zu lesen – als sie in Gefangenschaft für ihre Verbrechen büßen muss. Ein kleiner aber wichtiger Unterschied zwischen Roman und Adaption: Im Buch liest Hanna über die schrecklichen Taten der Nationalsozialisten. Im Film wird nicht spezifisch darauf eingegangen, was genau sie liest.

Cover "Verblendung"
Stieg Larrsons Thriller "Verblendung" kam in beiden Verfilmungen nicht ohne Änderungen aus © 2016 Twentieth Century Fox Home Entertainment Inc. All Rights Reserved

4. Verblendung (2009)

Stieg Larssons Thriller wurde sogar schon zweimal verfilmt. Ihr seid sicherlich mittlerweile entweder über die schwedische Version oder das amerikanische Remake gestolpert. Das Original machte Noomi Rapace zum internationalen Star. Das Remake holte James-Bond-Star Daniel Craig an Bord. Außerdem verschaffte der Film der jungen Schauspielerin Rooney Mara eine Oscar-Nominierung. Änderungen – vom Buch über die erste Verfilmung bis zum Remake – musste Regisseur David Fincher trotzdem vornehmen. Politische Skandale sind dieser Tage leider wieder schwer in Mode. In der Verfilmung von Verblendung gab es einige davon. Die „Wennerström-Affäre“ und korrupte Politiker nahmen im Buch allerdings viel mehr Platz ein. In David Finchers Remake ist das Ganze quasi nur noch eine Fußnote. Das zentrale Mysterium handelt hingegen von der verschwundenen Harriet Vanger. In der Romanvorlage verbringt sie ihren Lebensabend in Australien. In Finchers Film lebt sie unter einem falschen Namen in London, um sich ihrer sadistischen Familie zu entziehen.

Cover "Die Tribute von Panem"
"Die Tribute von Panem" sind nah am Roman und doch weist die Verfilmung Unterschiede auf © 2014 Lions Gate Entertainment Inc. All rights reserved

3. Die Tribute von Panem (2011)

Schluchzende Teenie-Herzen konnten aufjauchzen, als ihre Helden zum ersten Mal auf der Leinwand zusammentrafen. Und man muss kein Geheimnis daraus machen, es waren auch jede Menge erwachsene Fans dabei. Es gab aber einige Änderungen im Vergleich zur Buchvorlage. Dem Erfolg hat es offensichtlich keinen Abbruch getan. So wird im Roman von Suzanne Collins ziemlich deutlich, dass Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) ihre Zuneigung zu ihrem Mitstreiter Peeta (Josh Hutcherson) zunächst nur vortäuscht. Das tut sie, damit sie das sensationsgeile Publikum der tödlichen Spiele bei Laune halten kann. Im Film bleibt die Natur dieser Beziehung schlauerweise offen. Auf diese Weise wird nämlich das verliebte Kinopublikum bei Laune gehalten. Das führte zur zweiten kollektiven Gefühlsbekundung: Auf das Aufjauchzen der Herzen folgte ein Luftschnappen im ganzen Kinosaal, als die beiden sich das erste Mal küssten.

Cover "Gone Girl"
Regisseur Fincher schnitt einige Szenen aus dem Film, um die ganz große Verwirrung zu verhindern © 2016 Twentieth Century Fox Home Entertainment Inc. All Rights Reserved

2. Gone Girl (2014)

Ist in diesem Film eine Frau auf der Flucht von ihrem Peiniger? Nicht ganz. Im perfiden Thriller von David Fincher kommt es erstens anders und zweitens als man denkt. Denn Amy (Rosamund Pike) täuscht ihren eigenen Tod nur vor und möchte diesen wie einen Mord aussehen lassen. Schuldig soll vor allem ihr Ehemann Nick (Ben Affleck) erscheinen. Die Romanvorlage stammt von Gillian Flynn und war ein Bestseller. Dem aufmerksamen Leser des Buches, sollte sich im Film ebenfalls gewundert haben: Die Stelle, in der Nick um Amys Hand anhält, versprüht puren Hollywood-Charme. Im Buch gab es eine solche Passage nicht. Eine andere Szene ist hingegen weniger charmant: Amy schneidet ihrem Ex-Freund beim Sex die Kehle auf. In der Vorlage war ihr Vorgehen nicht weniger tödlich. Aber zumindest hat sie den Lesern die Blutfontänen erspart. Die gute Nachricht: Amy ist am Ende des Films und am Ende des Buches schwanger. Eigentlich ist das überhaupt keine gute Nachricht, denn Amy ist eine manipulierende Psychopathin. Das erkennt auch Nick und möchte innerhalb der Romanhandlung selbst ein Buch über Amy mit dem Titel Psycho Bitch schreiben. Allerdings besinnt er sich eines vermeintlich Besseren, als er von ihrer Schwangerschaft erfährt. Klingt absolut verwirrend und hatte die einzig logische Konsequenz: Der Regisseur warf die Szene aus dem Film.

Titelbild "Fifty Shades of Grey"
Es knistert auch im Film, aber nicht Eins zu eins wie im Buch "Fifty Shades of Grey" © 2016 NBCUniversal All Rights Reserved

1. Fifty Shades of Grey (Teil 1 – Geheimes Verlangen) (2015)

Kaum jemand will das Buch nach eigenem Bekunden gelesen haben, zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Das muss dann wohl hinter verschlossenen Türen geschehen sein. Denn wie ist es, anders zu erklären, dass Fifty Shades of Grey zum absoluten Megahit wurde? Dabei hat alles ganz unaufgeregt angefangen: als Fanfiction-Story zur Twilight-Saga der Hobby-Autorin E. L. James. Wer sowohl das Buch als auch den Film kennt, der weiß: Einige Szenen wurden bei der Verfilmung ausgelassen. Zum Beispiel hat es eine besonders heikle Tampon-Szene nicht in den Film geschafft. Die ist nämlich nicht jugendfrei und wird deswegen nun auch nicht näher beschrieben. Regisseurin Sam Taylor-Johnson hat ebenso die Sexszene in Christian Greys Bootshaus gestrichen. Zudem nehmen viele Nebendarsteller aus dem Roman im Film eine wesentlich kleinere Rolle ein oder sie sind ganz verschwunden. Davon mögen manche Fans enttäuscht gewesen sein, das hat sich jedoch nicht in der Anzahl der Kinogänger widergespiegelt. Und auch die Fortsetzung von Fifty Shades of Grey zog die Massen nach der Premiere im Februar 2017 wieder in die Kinosäle.

Wie ihr seht, ist alles halb so wild. Wir können mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf diese Verfilmungen unserer geliebten Bücher zurückblicken. Die Romane und eure Fantasie nimmt euch schließlich keiner weg. Und viele der Änderungen ergeben sogar Sinn, wenn ihr sie mit etwas Abstand und ein wenig Humor betrachtet. Also, fleißig weiterlesen und Filme schauen. Denn beides macht großen Spaß und hat seinen eigenen Wert.

Gelungener Seitenwechsel

Auch Computerspiele finden inzwischen als Verfilmung den Weg in die Kinos. Hier findet ihr unsere Top 10 der besten Filme, die den Wechsel vom Spiel zur Leinwand perfekt gemeistert haben.

Diese Filme findet ihr als Video on Demand bei Videoload auf EntertainTV

Der Pate
Harry-Potter
Der Herr der Ringe
Das Parfum
The Da Vinci Code – Sakrileg
Der Vorleser
Verblendung
Die Tribute von Panem
Gone Girl
Fifty Shades of Grey (Teil 1 – Geheimes Verlangen)

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