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Von DARK bis Twin Peaks: Das Böse lebt in Kleinstädten

Im Moloch der Großstadt lauern Gefahren: Drogen und Gewalt, Gauner und skrupellose Geschäftemacher, Verrückte, Vergessene – und dann ist da ja auch noch der wuselige Straßenverkehr! Von Glück kann reden, wer all das jeden Tag übersteht. Auf dem Land hingegen, in den kleinen, aber feinen Städtchen und Dörfern, sind die Bewohner sicher vor den Schrecken des Alltags. Wirklich wahr?

Szene aus "DARK".
Der Teenager Jonas (Louis Hofmann) will die rätselhaften Ereignisse rund um das Verschwinden zweier Jungs aufklären (© Netflix).

DARK: Unheil, das hereinbricht

In Film und Fernsehen eher nicht. Denn dort dienen vor allem vermeintlich friedliche Kleinstädte als Schauplatz geheimnisvoller Verbrechen, mysteriöser Geschehnisse und übernatürlicher Phänomene. Wie zum Beispiel in DARK (Regie: Baran bo Odar, Buch: Jantje Friese), der ersten deutschen Netflix Original-Serie, die seit dem 1. Dezember auf Netflix läuft und somit auch auf EntertainTV verfügbar ist. DARK dreht sich um das rätselhafte Verschwinden zweier Jungs in der Kleinstadt Winden.

Zu Beginn bringt sich ein Mann um, wenig später wird eine Kinderleiche gefunden, ein Fremder taucht auf, und der eigentlich Tote vom Anfang erscheint seinem Sohn – als Halluzination? Dinge aus der Vergangenheit finden sich plötzlich in der Gegenwart wieder. Und umgekehrt? Aus einer geheimnisvollen Höhle dringen unheimliche Geräusche. Über die Gemeinde, in der jeder jeden zu kennen glaubt und in der jeder seinen Platz hat, bricht etwas Unbekanntes und Unbegreifliches herein. Niemand kann sich davor verstecken, gerade weil sich alles in der Kleinstadtidylle abspielt.

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Szene aus "Twin Peaks".
Ausgangspunkt für mysteriöse Geschehnisse in "Twin Peaks": der gewaltsame Tod von Laura Palmer (© Sky / Showtime).

Twin Peaks: Ein Mord, der alles verändert

So ähnlich hat auch schon der Grusel in den drei Staffeln von Twin Peaks (1990, 1991 und 2017) funktioniert: Der rätselhafte Mord an der jungen Laura Palmer (Sheryl Lee) lässt die Fassade einer Kleinstadt-Gemeinschaft bröckeln. Da jeder mit jedem irgendwie verbunden ist, kann jeder der Mörder sein und jeder das nächste Opfer. Und wie in DARK scheint es in der sogenannten Schwarzen Hütte eine Art Paralleluniversum zu geben, das die Ereignisse in Twin Peaks beeinflusst. Das Projekt von David Lynch und Mark Frost mit Kyle MacLachlan in der Rolle des FBI-Agenten Dale Cooper hat Maßstäbe für das Mystery-Thriller-Genre gesetzt. Wegen ihrer vielen surrealen, teils absurden Einfälle und Wendungen genießt die Serie von Lynch und Frost Kultstatus und dient als Inspiration für heutige Serienentwickler.

Szene aus "Stranger Things".
Millie Bobby Brown spielt das mit übersinnlichen Fähigkeiten ausgestattete Mädchen Eleven/Elfi in "Stranger Things" (© Netflix).

Stranger Things: Das Mädchen mit der Superkraft

Die Mystery-Serie Stranger Things, die Netflix 2016 mit Winona Ryder in einer Hauptrolle veröffentlichte, verläuft nach demselben Schema: Auch in der Kleinstadt Hawkins irgendwo in den USA geht ein Junge verloren. Seine Freunde (Gaten Matarazzo, Caleb McLaughlin und Finn Wolfhard) stoßen auf ein Mädchen (Millie Bobby Brown), das mit übersinnlichen Fähigkeiten ausgestattet ist: Sie kann mit einer Paralleldimension Kontakt aufnehmen. Dort scheint alles in sein Gegenteil verkehrt – als dunkles, bedrohliches, von Monstern bevölkertes Abbild der kleinstädtischen Wirklichkeit. Die zweite, düstere Staffel von Stranger Things, einer der derzeit besten Mystery-Serien, forciert diesen Aspekt noch einmal.

Szene aus "Wayward Pines".
Noch ahnt Ethan (Matt Dillon) nicht, dass er für längere Zeit nicht aus Wayward Pines entkommen wird. (© Imago).

Wayward Pines: Die Stadt, die alle festhält

Die vermeintliche Geborgenheit einer Gemeinschaft ist ein Faktor, aus der Serienmacher gern Gruselpotenzial schlagen. Das entfaltet sich, wenn aus der gefühlten Sicherheit eine reale Bedrohung wird. In der 2015 erstmals ausgestrahlten US-Serie Wayward Pines geschieht genau das. Nach einem Unfall wacht ein Secret-Service-Agent (Matt Dillon) im Krankenhaus einer beschaulichen Kleinstadt, Wayward Pines, auf. Er kann zwar keinen Kontakt zu seiner Familie aufnehmen, aber immerhin sind die Menschen in dem Ort besorgt um ihn. Doch schon bald wird ihm klar, dass etwas nicht stimmt an dieser Idylle. Er findet heraus, dass alle Bewohner wie in einem großen Freiluft-Gefängnis gehalten werden, drakonische Strafen inklusive. Die größte Bedrohung lauert aber außerhalb des Städtchens – die zu wilden Raubtieren degenerierte Restmenschheit.

Szene aus "The Leftovers".
Laurie (Amy Brenneman) musste zusehen, wie ihr Baby plötzlich verschwand, und schloss sich aus Verzweiflung einer Sekte an (© Sky / HBO).

The Leftovers: Menschen, die verschwinden

In manchen Geschichten spiegelt sich eine aus den Fugen geratene Welt in den unheimlichen Fällen einer Kleinstadt wider. Man stelle sich vor, zu einer bestimmten Uhrzeit an einem bestimmten Tag verschwinden gleichzeitig 140 Millionen Menschen. Das ist die Ausgangslage in der 2014 gestarteten Serie The Leftovers, die in einem US-Städtchen drei Jahre nach diesem Ereignis spielt. Die Menschen sind immer noch geschockt und beginnen, sich langsam zu verändern. Verwirrte folgen einer mysteriösen Sekte, Gurus versprechen das Heil, das Städtchen wird vom schleichenden Gift des Misstrauens zerfressen. 

Und wer jetzt immer noch glaubt, in der Provinz sei das Leben beschaulich und sicher, der nehme sich bei seinem nächsten Abendspaziergang vor unheimlichen Geräuschen, seltsam erscheinenden Dingen und rätselhaften Erscheinungen in Acht.

Film- und Serienfans, aufgepasst: Netflix ist auf EntertainTV verfügbar – mit den Media-Receivern 401 und 201. Weitere Infos gibt es hier:

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