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Deutscher Film goes Hollywood

Deutsche Produktionen sind hierzulande so beliebt wie nie zuvor. Das belegt eine Studie der Filmförderanstalt. Mehr noch: Sie sind den Deutschen sogar mindestens genauso lieb wie viele Hollywood-Produktionen. Ein weiterer Beleg dafür, dass deutsche Filme im Laufe der Jahre immer besser geworden sind: Mehr und mehr von ihnen schaffen es bis nach Hollywood. Eine ganze Reihe sorgte in den Vereinigten Staaten von Amerika für Furore. 

Jürgen Prochnow in Das Boot.
Für seine Crew ist er schlicht „Der Alte“: Jürgen Prochnow als Kommandant in Wolfgang Petersens Das Boot (© Euro Video).

Nazis und Emigranten

Viele deutsche Filme, die im Ausland zu Kassenschlagern wurden, eint: Sie erzählen Geschichten aus dem Dritten Reich, der DDR oder rund um den Fall der Berliner Mauer. Solche Storys sind Erfolgsgaranten in Hollywood. Nach wie vor ist das Kriegsdrama Das Boot von Regisseur Wolfgang Petersen einer der erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten. 1983 wurde der Film, der von einer U-Boot-Besatzung in Not handelt, für sechs Oscars, einen Golden Globe sowie einen BAFTA nominiert. Am Ende erhielt der Film Das Boot in Hollywood zwar keinen Preis, aber der große Erfolg mit über elf Millionen Dollar Einnahmen in den USA war der Grundstein für Wolfgang Petersens Aufstieg vom Tatort- zum Hollywood-Regisseur.

Bruno Ganz in Der Untergang.
Bruno Ganz als grimmiger Führer in Der Untergang (© Constantin).

Ebenfalls zur Zeit des Nazi-Regimes spielt Der Untergang von Oliver Hirschbiegel. Der Film rekonstruiert das Leben im Berliner Führerbunker während der letzten Tage des Zweiten Weltkriegs. Die Zuschauer werden in eine düstere Atmosphäre gezogen – ein Mix aus zweckoptimistischen Durchhalteparolen, irrer Restüberzeugung und wirrer Realitätsflucht. Der Film Der Untergang hat weltweit 92 Millionen Euro eingespielt und war somit überaus erfolgreich. Das ist sicher auch der hochkarätigen Besetzung um Altstar und Hitler-Darsteller Bruno Ganz, Alexandra Maria Lara als Hitlers Sekretärin Traudl Junge und Corinna Harfouch als Frau von Goebbels zu verdanken.

Für eine große Überraschung sorgte Caroline Links Beitrag Nirgendwo in Afrika. Die Geschichte rund um die Jüdin Jettel (Juliane Köhler), die mit ihrer Tochter vor den Nazis nach Afrika flieht, wurde anfangs rein gar nicht mit der Oscar-Verleihung in Verbindung gebracht. Doch Regisseurin Caroline Link inszenierte den autobiografischen Roman von Stefanie Zweig derart einfühlsam und detailverliebt, dass der deutsche Film 2002 in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film einen Auslands-Oscar gewinnen konnte. Das lag nicht zuletzt an den brillanten Darstellern Juliane Köhler und Matthias Habich.

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Stasispitzel und Terrorbande

Zwar nicht für den Oscar nominiert, aber ganz schön erfolgreich war der Film Good Bye, Lenin! In den USA spielte der Film von Regisseur Wolfgang Becker, der die Zeit nach dem Zusammenbruch der DDR nachzeichnet, mehr als vier Millionen Dollar ein. Auch in Deutschland sorgte die Produktion für Furore: Der Film zog über sechs Millionen Besucher ins Kino, gewann den Deutschen Filmpreis in neun Kategorien, unter anderem wurde er zur erfolgreichsten Produktion des Jahres 2003 gekürt. Gleichzeitig verhalf der Film Good Bye, Lenin! dem jungen Daniel Brühl zum Durchbruch als international anerkannter Schauspieler.

Daniel Brühl in Good Bye, Lenin!
Lässt für seine Mutter die DDR wiederauferstehen: Daniel Brühl als Alex in Good Bye, Lenin! (© ddp).

2007 wurde Florian Henckel von Donnersmarck Preisträger eines Auslands-Oscar mit seinem Langspieldebüt Das Leben der Anderen. Ein einschneidendes und bahnbrechendes Erlebnis für die deutsche Filmbranche, das sicher auch die Kinobesucher freute. In diesem Film sammelt Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler (Ulrich Mühe) belastendes Material gegen zwei Regimekritiker: den Theaterautor Georg Dreyman (Sebastian Koch) und seine schauspielende Lebensgefährtin Christa-Maria Sieland (Martina Gedeck). Der erfolgreiche Film Das Leben der Anderen begeisterte über 2,3 Millionen Besucher in den Kinos und erwirtschaftete in den USA satte 10,8 Millionen Dollar.

Eine weitere Epoche, die für Hochspannung auf der Leinwand sorgt, ist die Zeit des Terrors der linksextremistischen Rote Armee Fraktion. Besonders gelungen ist die deutsche Produktion Der Baader Meinhof Komplex. Der Film von Regisseur Uli Edel und Produzent Bernd Eichinger erzählt von der turbulenten Zeit im Herbst 1977 rund um die Selbstmorde der RAF-Mitglieder Andreas Baader (Moritz Bleibtreu), Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) und Jan-Carl Raspe (Niels Bruno Schmidt). In dem packenden Drama über die berühmten RAF-Terroristen spielt Martina Gedeck die Rolle der Ulrike Meinhof besonders überzeugend. Der Spielfilm Der Baader Meinhof Komplex wurde mit Nominierungen überhäuft, erhielt 2009 sogar eine Oscar-Nominierung und gewann nationale und internationale Filmpreise.

Franka Potente in Lola rennt.
Deutsches Kino mit Knalleffekt: Franka Potente läuft um ihr Leben in Lola rennt (© ddp).

Temporeich und mörderisch

1998 wurde Lola rennt überraschend ein internationaler Erfolg: Regisseur und Drehbuchautor Tom Tykwer schrieb seiner damaligen Freundin Franka Potente die Hauptrolle der Lola auf den Leib. Allein in den USA nahm Lola rennt über sieben Millionen Dollar ein, wurde auf dem Sundance Filmfestival für den Preis für den besten ausländischen Film nominiert und gewann ihn auch. In Deutschland wurde Tykwer mit Auszeichnungen regelrecht überschüttet: Außer dem Deutschen Filmpreis in acht Kategorien erhielt er unter anderem den Bayerischen Filmpreis und den Bambi. Warum der Film für so viel Aufsehen sorgte? Wegen des experimentellen Erzählstils mit schrägen Zeichentricksequenzen und temporeichen Realbild-Sequenzen. Dieser Mix machte aus der Produktion Lola rennt einen deutschen Film von Weltformat.

Acht Jahre später begeisterte Tom Tykwer die Zuschauer mit seiner künstlerischen Interpretation des Bestsellers von Patrick Süskinds Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders. Die Buchvorlage über den Massenmörder Jean Baptiste Grenouille (Ben Whishaw) wurde mit einem Budget von über 50 Millionen verfilmt. Somit zählt Das Parfum zu den teuersten deutschen Filmen, konnte die Produktionskosten mit mehr als 135 Millionen Euro Umsatz aber locker wieder einspielen. Mit rund 5,6 Millionen Besuchern im ersten Jahr nach Veröffentlichung ist Tykwers Werk einer der 15 erfolgreichsten Filme in deutschen Kinos.

Peter Simonischek in Toni Erdmann.
Hat sich zurechtgemacht: Winfried (Peter Simonischek) in Toni Erdmann (© Komplizen Film/Euro Video).

Tragisch und komisch

Tragisch, aber vor allem urkomisch ist der Spielfilm Toni Erdmann unter der Regie von Maren Ade: Spontan besucht der sozialromantische Alt-68er Winfried (Peter Simonischek) seine ganz auf Karriere getrimmte Tochter Ines (Sandra Hüller), die in Bukarest als Unternehmensberaterin arbeitet. Da prallen Welten aufeinander, zu sagen haben sich die beiden nicht besonders viel. Doch plötzlich überrascht der Vater die Tochter mit seiner Verwandlung in Toni Erdmann – einen ulkigen Mann mit schiefem Gebiss, gefärbten Haaren und wilden Klamotten. Anfangs findet Ines das skurril. Doch im Laufe des Films bemerken beide, dass sie sich immer weiter annähern, je härter sie einander zusetzen. Mit über 1,4 Millionen Dollar Einnahmen in den Vereinigten Staaten von Amerika, zahlreichen internationalen Preisen und einer Oscar-Nominierung als bester fremdsprachiger Film war Maren Ades dritte Produktion Toni Erdmann international ein Riesenerfolg.

Wie diese Produktionen zeigen, können deutsche Filme in Hollywood durchaus überzeugen: mit dem passenden Thema, dem richtigen Zeitpunkt und hochkarätigen Schauspielern. Einer, der dort seit einer Weile brilliert, ist Daniel Brühl. Ihn porträtieren wir hier.

Was herauskommt, wenn deutscher Humor mit in Hollywood bewährten Stilmitteln gemixt wird, zeigen diese romantischen Komödien.

Diese Filme findet ihr als Video on Demand bei Videoload auf EntertainTV

Das Boot
Der Untergang
Nirgendwo in Afrika
Good Bye, Lenin!
Der Baader Meinhof Komplex
Lola rennt
Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders
Toni Erdmann

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