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Music is my life: Die besten Filme über Musiker

Zerstörte Hotelzimmer, ausschweifende Partys und jede Menge Alkohol – das Leben als Rockstar ist laut und wild. In diesen Filmen sind es jedoch die leisen Zwischentöne, die aus Musikerbiografien echte Meisterwerke machen. Von Soullegenden, Country-Ikonen und Rapstars.

Jamie Foxx in Ray.
Stilprägende Soullegende: Jamie Foxx spielt den blinden Ray Charles im Musikerporträt Ray (© Universal Pictures).

Der Hohepriester des Souls

Ray Charles grinst. Dann setzt sich der blinde Sänger, der die Geschichte von Soul und Jazz beeinflusst hat wie kein anderer, ans Piano. Was folgt, ist pure Magie: Er haut in die Tasten – und der ganze Block wackelt zu seinem Song „Shake a Tail Feather“ mit dem Hinterteil. Das ist zwar leider nur eine Szene aus Blues Brothers, doch selbst 37 Jahre nach Erscheinen taugt der Cameo-Auftritt noch für einen Schmunzler.

Sein echtes Leben war weniger spaßig. Die Künstlerbiografie Ray folgt dieser bewegten Laufbahn. Jamie Foxx spielt darin den Musiker, der schon in jungen Jahren seine krankheitsbedingte Erblindung und den Verlust des Bruders zu verkraften hatte. Der Aufstieg zum „Hohepriester des Souls“ war steinig: Er beginnt mit dem Teenager, der all seinen Mut zusammennimmt und nach Seattle reist, um in der dortigen Jazzszene Fuß zu fassen. Dem Ausnahmemusiker gelingt der Durchbruch, doch sein Privatleben kriegt er nicht in den Griff: Drogen und Affären lassen ihn nicht zur Ruhe kommen.

Regie führte Taylor Hackford, der das Leben des Megastars ungeschminkt auf die Leinwand bringt. Das ist mutig. Denn der Musiker wird im Laufe seines Lebens nicht unbedingt sympathischer. Er betrügt seine Frauen, leugnet die Heroinsucht und hintergeht alte Weggefährten. Doch gerade die Ehrlichkeit macht das kantige Künstlerporträt so fesselnd. Der Meister selbst hat die Produktion des Films unterstützt – und ihn kurz vor seinem Tod noch in voller Länge gesehen.

Joaquin Phoenix in Walk the Line.
Trägt hier mal nicht Schwarz: Johnny Cash, gespielt von Joaquin Phoenix (© 20th. Century Fox).

Auf der dunklen Seite

Die Drogen, der Vaterkomplex, der Tod des Bruders – Ray Charles’ Laufbahn weist viele Parallelen zu einem anderen Musiker auf: Johnny Cash. In Walk the Line rollt Regie-Routinier James Mangold den Mythos um die Country-Ikone neu auf.

Johnny Cash segnete Joaquin Phoenix höchstpersönlich als Hauptdarsteller ab. Der nahm sich die Ehre zu Herzen: Er lernte Gitarre spielen, studierte Cash-Songs ein und trainierte seine Stimme. Denn singen wollte Joaquin Phoenix im Film selbst. Was zunächst wie ein Sakrileg anmutet, stellt sich als Glücksfall heraus: Mit seinen unperfekten Gesangseinlagen verleiht Joaquin Phoenix der Rolle eine Aura der Verletzlichkeit.    

Trotz der inhaltlichen Parallelen gibt es zwischen Walk the Line und Ray einen entscheidenden Unterschied: das Ringen um die Liebe. Während die Soullegende von Bett zu Bett hüpft, gibt es für Johnny Cash nur eine: June Carter (Reese Witherspoon). Ihre Beziehung bildet das Rückgrat des Films – begonnen bei der Einbahnstraßenliebe, die den Musiker zur Sucht treibt, bis hin zur Erlösung durch die Liebe einer starken Frau, die Johnny Cash aus dem Teufelskreis der Abhängigkeit rettet.

Walk the Line trägt das Siegel der Authentizität: Johnny Cash und June Carter arbeiteten eng mit Mangold zusammen und ließen das Drehbuch mehrfach ändern. Resultat ist ein Film, der nicht die übliche Rock-’n’-Roll-Aufstiegsstory erzählt, sondern einen Musiker zeigt, der die Schattenseiten des Showbusiness zu spüren bekam.

Miles Teller in Whiplash.
Lebt im Hier und Jazz: Miles Teller als ehrgeiziger Musikstudent Andrew in Whiplash (© SPHE).

Rocky mit Sticks

Bevor Regisseur Damien Chazelle den Oscar für das Musical La La Land bekam, drehte er den Musikfilm Whiplash. Die Geschichte des jungen Schlagzeugers Andrew Neiman (Miles Teller) ist im Gegensatz zu den Biopics frei erfunden. Das Jazzstück „Whiplash“ jedoch, das der Musikstudent bis zur Verzweiflung übt, gibt es wirklich. Beim Nachhören wird klar, weshalb der Film das Schlagzeugspielen als Leistungssport darstellt. Gegen die halsbrecherischen Metren von „Whiplash“ wirkt selbst Freejazz wie Flohwalzer.

Doch Andrew ist ehrgeizig. Er setzt sich in einem New Yorker Konservatorium dem Drill des verhassten wie verehrten Lehrers Terence Fletcher (J. K. Simmons) aus. Der schleift seine Schüler im Kasernenton: Wer Fehler macht, wird gedemütigt. Das treibt Andrew zur Höchstleistung. Er trommelt sich die Seele aus dem Leib, er schwitzt, er kämpft und er blutet. Auf der Jagd nach dem perfekten Beat setzt Andrew sogar sein Leben aufs Spiel.

Damien Chazelle inszeniert im Drama Whiplash den Wettstreit zwischen Schüler und Meister mit blutiger Intensität. Beide gehen ans Äußerste – und weit darüber hinaus. Whiplash ist ein spannender Musikfilm mit der Kraft eines Actionfilms, der die körperliche Anstrengung bis in die Kinosessel spürbar macht. 

Eminem in 8 Mile.
Die Ruhe vor dem Beat: Eminem als Jimmy „Rabbit“ Smith in 8 Mile (© Universal Pictures).

Klasse über Rasse

Vom perfekten Beat ist der Rapper Jimmy „Rabbit“ Smith (gespielt von Eminem) zu Beginn von 8 Mile so weit entfernt wie die Rapszene Detroits von einem New Yorker Konservatorium. Erfolgreich ist er zunächst nicht: Beim Battle-Rap wird Rabbit vom schwarzen Publikum verhöhnt. Dennoch gibt der Rapper seinen Traum nicht auf, wofür er am Ende die langersehnte Anerkennung erhalten wird.

Der Regisseur Curtis Hanson erzählt in 8 Mile den Aufstieg des weißen Jungen, der mit seiner Mutter (Kim Basinger) in ärmlichen Verhältnissen auf der „falschen Seite“ der 8 Mile Road aufwächst. In vielen Punkten gibt es Parallelen zur Biografie des echten Eminem. Dennoch ist 8 Mile mehr als ein weiterer Aufwasch der Underdog-Story. Curtis Hanson erzählt ein Sozialdrama, bei dem Musik als einende Kraft zwischen von der Gesellschaft Abgehängten funktioniert. Hautfarbe egal, alle leiden unter denselben Zuständen. Musik als Universalsprache der Unterprivilegierten bleibt natürlich eine Utopie – die man für eine Filmlänge aber gern mitträumt.

Flucht aus der Vorstadthölle

Auch in Straight Outta Compton soll Musik den Ausweg aus einer Welt bringen, die von Gewalt und Hoffnungslosigkeit geprägt ist. In den Straßen Comptons, einem Vorort von Los Angeles, schwelt der Bandenkrieg. Schwarze Gangs treffen auf gewaltbereite Cops. Gewalt führt zu Gegengewalt. In dieser aufgeladenen Stimmung gründen Dr. Dre (Corey Hawkins), Ice Cube (O’Shea Jackson Jr.) und Eazy-E (Jason Mitchell) 1986 das Hip-Hop-Kollektiv N.W.A. Die kritischen Texte mobilisieren die Massen, rufen jedoch bald die Polizei auf den Plan. Dem schnellen Aufstieg folgt ein noch schnellerer Fall: Die Gruppe trennt sich im Streit und Eazy-E stirbt 1995 an Aids.

N.W.A in Straight Outta Compton.
Here Comes Trouble: Die Hip-Hop-Crew N.W.A im Drama Straight Outta Compton (© Universal Pictures).

Als Straight Outta Compton 2015 in die Kinos kommt, besitzen einige Szenen erschreckende Aktualität: Nach dem Tod eines schwarzen Teenagers in Ferguson herrscht wieder Aufruhr in den Straßen, gefolgt von landesweiten Protesten gegen Polizeigewalt. Straight Outta Compton kommt zur rechten Zeit: Das Drama zeigt, wie wichtig Musik für eine Gemeinschaft ist, um Einspruch gegen bestehende Verhältnisse auszudrücken. Leider offenbart der Film auch, dass sich in grundlegenden Dingen erschreckend wenig geändert hat in der amerikanischen Gesellschaft.

Diese Filme findet ihr als Video on Demand bei Videoload auf EntertainTV

Blues Brothers
Ray
Walk the Line
8 Mile
Straight Outta Compton

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