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Disney 2.0: Film-Klassiker neu erzählt

Auf dem flackernden Bildschirm baut sich von oben nach unten ein Schloss auf, danach wird der Schriftzug Walt Disney eingeblendet und ein Lichtbogen wandert von rechts nach links. So beginnen die zauberhaften Geschichten von Unterhaltungspionier Walter Elias Disney. Der Erfinder von Mickey Mouse verstarb 1966 – doch seine Figuren und Märchen leben für immer weiter.

Das Geheimrezept der Geschichten aus dem Disney-Imperium: Die Filme sind unterhaltsam und humorvoll – und sie vermitteln meist positive Botschaften. Aber zugegeben: Sonderlich realistisch sind sie nicht, doch das müssen sie als Märchenfilme auch gar nicht sein. Denn: Weil die Geschichten so herrlich unrealistisch sind, bieten sie erfrischende Blickwinkel auf die bisweilen bierernste Realität.

Genau diesen Aspekt wollen wir nun vertiefen: Was wäre, wenn Cinderella, Hercules und Co. in unsere glitzerarme und wundersame Alltagswelt eintauchten? Am Beispiel der von Disney verfilmten Figuren Hercules, Marlin und Cinderella spinnen wir nun ein wenig herum – und versetzen die drei in unsere Welt.

#NoPainNoGain: Hercules, der Halbgott, auf Instagram

In der Disney-Interpretation der Hercules-Sage wird der Sohn des Zeus von Handlangern des Herrschers der Unterwelt, Hades, entführt und auf die Erde gebracht. Mit einem Elixier wollen sie ihn umbringen, damit Hades später auf dem Olymp den Thron besteigen kann. Der Plan misslingt, Hercules wächst auf der Erde unter den Sterblichen auf. Das findet er natürlich nicht so prickelnd, denn seine immer noch vorhandene Götterkraft lässt ihn zum Außenseiter werden. Um zum Olymp zurückkehren zu können, versucht er, binnen kurzer Zeit zum irdischen Helden zu werden. Im Märchen wird er mithilfe von Trainer Philoctetes schnell zum Muskelpaket mit eisenhartem Bizeps.

Und so könnte es weitergehen: Anstatt gegen das Böse aus der Unterwelt zu kämpfen und seine große Liebe Meg vor dem Tod zu retten, konzentriert sich der Hercules der Neuzeit auf die perfekten Lichtverhältnisse für sein neues Selfie. Das muss er auch, schließlich avanciert er in unserem modernen Märchen auf Instagram zum Top-Influencer in Sachen Fitness und Lifestyle. Seine Verwandlung vom Milchbubi zum Bodybuilder verfolgen zigtausend Follower. Sie alle lieben seine Beiträge wie „Proteinreich vorkochen: eine Woche Meal-Prep“.

Die spindeldürre Meg kann da leider nicht mithalten, daher sucht Instagram-Star Hercules eine Frau mit trainiertem Booty. So kommt es, dass der Muskelprotz die deutsche Fitness- Koryphäe Sophia Thiel trifft. Auch sie hat es durch hartes Training zum Vorbild von vielen Fitness-Begeisterten geschafft. Schon bald stellten die beiden eine Sportkollektion vor, zudem verhelfen sie Sportmuffeln mit ihrem Bootcamp-Workout zur Bikinifigur.

Märchen haben nicht sehr viel mit der Realität zu tun? Diese Lebensweisheiten aus Disney-Filmen lassen sich auf das echte Leben übertragen.

45°52.6S, 123°23.6W: Nemos Vater Marlin auf Geocaching-Tour

Clownfisch Marlin, der übermäßig besorgte Vater des kleinen Nemo, provoziert im Märchenfilm durch seine übertrieben fürsorgliche Art einen Streit mit seinem Jungen. Am ersten Schultag hat Nemo genug davon: Er schwimmt einfach davon. Nicht mehr unter Daddys beschützenden Flossen stehend, ist Nemo unachtsam und wird von einem Taucher eingefangen. Das ist der Beginn einer aufregenden Rettungsmission, die durch die Tiefen des Pazifischen Ozeans führt.

Und so könnte es im modernen Märchen weitergehen: In der realen Welt wäre Vater Marlin definitiv entspannter. Denn um sichere Verstecke, zum Beispiel inmitten von Seerosen, zu finden, betreibt der Clownfisch seit geraumer Zeit leidenschaftlich Geocaching. Er liebt die Schnitzeljagd mit geografischen Koordinaten. Und da er so fürsorglich ist, hat er Nemo einen GPS-Sender untergejubelt. So kann er Nemo nach seinem Verschwinden leicht und locker orten und macht sich sofort auf den Weg.

Einziger Wermutstropfen: Er wird Dorie nicht kennenlernen und braucht keine Hilfe von Pelikan Niels und den weiteren schrägen Figuren aus Findet Nemo. Denn um seinen Jungen am Ende des Films aus den Krallen des weiblichen Zahnspangenmonsters zu befreien, mobilisiert er die Facebook-Community. Und siehe da: Ein Privatpatient kennt den Arzt, in dessen Praxis der kleine Nemo laut Koordinaten gelandet sein soll. Nachdem er den Post von Marlin gelesen hat, verhandelt er über Nemos Freilassung mit der Tochter des Zahnarztes. Bestandteil des Deals: Fisch gegen Fidget Spinner. So hat sie ein neues Spielzeug und Nemo kann endlich zurück zu seinem Vater.

Für alle, die es nicht ganz so märchenhaft mögen: Weniger verträumt geht es in Dramen und Tragödien in Kinderfilmen zu.

#Duckface: Aus Cinderella wird Tinderella

Im Disney-Film wird die entzückende Cinderella nach dem Tod ihres Vaters von ihrer Stiefmutter und deren Töchtern zur Magd degradiert und hämisch Aschenputtel genannt. Was für eine Gemeinheit! In der Neuauflage des Märchenfilms heißt sie Ella und ist auf der Suche nach einem Seelenverwandten. Eines Tages streift sie durch die Wälder und scheint ihn in einem Bediensteten des königlichen Palastes gefunden zu haben. Zunächst ahnt sie nicht, dass er in Wahrheit der Prinz ist. Nachdem der Groschen gefallen ist, wird sie vom Prinzen zu einem festlichen Ball eingeladen. Durch einen Feenzauber wird es Cinderella ermöglicht, in einem traumhaft schönen Kleid auf dem Ball zu erscheinen. Der Zauber ist jedoch zeitlich begrenzt, sodass sie vom Ball flüchten muss, ehe sie sich wieder in eine Magd verwandelt und ihre wahre Identität verrät. Wie wir wissen, verliert sie bei ihrem Abgang einen gläsernen Schuh – und der Prinz macht sich auf die mühevolle Suche nach ihr.

Und so könnte es weitergehen: Der Prinz meldet sich bei Tinder an, in der Hoffnung, die bezaubernde Trägerin des Glasschuhs zu finden. Das klappt auch prompt. Denn Cinderella post auf ihrem Profilbild mit dem coolen und eleganten Glasschuh. Der Prinz schaut sich ihr Profil genauer an und ist irritiert von den freizügigen Fotos, auf denen Cinderella immer wieder so eine seltsame Grimasse macht. Das Duckface verunsichert ihn. Ist das wirklich seine Traumfrau? Offenbar hat er eine verklärte Erinnerung an den Ballabend, schließlich hatte er den ein oder anderen Gin Tonic getrunken. Von Cinderellas Hang zur Selbstdarstellung irritiert, entscheidet er sich für den geordneten Rückzug. Andere Mütter haben auch schöne Töchter, denkt er sich und wischt weiter.

#FrüherWarAllesBesser

Zugegeben: Diesen modernen Lesarten der Märchengeschichten fehlt bisweilen der herzerwärmende Charakter der Disney-Klassiker. Aber immerhin sind sie hochmodern. Trotzdem: Hercules als Instagram-Star, Vater Marlin als Geocaching-Anhänger und Cinderella als Tinder-Poserin? Besser nicht. Da bleiben wir doch lieber bei den ursprünglichen Storys von Disney! So wird Hercules ein Gott, der auf der Erde lebt, Vater Marlin gewährt Nemo mehr Freiraum und Cinderella bekommt endlich ihren Prinzen.

Diese Filme findet ihr als Video on Demand bei Videoload auf EntertainTV

Hercules
Findet Nemo
Cinderella

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