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Kassenschlager am Fließband: Was französische Filme so erfolgreich macht

Französische Filme sind witzig, überraschend und gesellschaftskritisch. Sie sind vielschichtig, actiongeladen, tabubrechend und schlichtweg erfolgreich. Und sie bringen regelmäßig erstklassige Schauspieler zum Vorschein. Wie genau gelingt ihnen das? Was ist das Erfolgsgeheimnis der Kassenschlager aus dem Nachbarland?

Eine Auswahl erfolgreicher Kinofilme aus Frankreich. 

Szene aus "Ziemlich beste Freunde".
Zwei gegensätzliche Männer werden schnell ziemlich beste Freunde (© Universum).

Urkomisch und herzallerliebst

Die Tragikomödie Ziemlich beste Freunde ist einer der jüngsten Coups der Traumfabrik Frankreich. Driss (Omar Sy) wird aus dem Gefängnis entlassen und braucht einen Job. Arbeit findet er als Pfleger. Der farbige Ex-Knacki kümmert sich um den reichen, querschnittsgelähmten Philippe (François Cluzet). Da prallen Welten aufeinander – und doch werden sie: ziemlich beste Freunde. Die Hoodie-trifft-Sakko-Story beruht auf einer wahren Geschichte und wurde von den Regisseuren Olivier Nakache und Eric Toledano verfilmt. Sie wählten einen tabulosen Umgang mit Witzen und der Darstellung einer körperlichen Behinderung – und sie schufen eine ergreifende Komödie, eine Hommage an das Leben und die Freundschaft.

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Szene aus "Die fabelhafte Welt der Amélie".
Amélie hat eine Mission: Sie will die Menschen glücklich machen (© Prokino).

Der Kinofilm Die fabelhafte Welt der Amélie wird seinem Namen gerecht. Ein fabelhafter Streifen mit einem sensiblen Blick auf die skurrilen Seiten des Menschen. In dem Mix aus Märchen und Komödie befindet sich Kellnerin Amélie (Audrey Tautou) auf einer Mission: Sie will die Menschen in Paris glücklich machen. Darunter auch ihren Vater. Mit ihm treibt sie ein amüsantes Spielchen: Amélie stibitzt seinen Gartenzwerg, der dem verdutzten Vater fortan Selfies aus aller Welt schickt. Und so kommt dieser ins Grübeln: Ob er nicht einfach auch mal wieder verreisen sollte?

Regisseur Jean-Pierre Jeunet (Delicatessen, Alien 4) war besonders trickreich: Mal nutzte er den Zeitraffer, dann eine Zeitlupe oder eine Collage. Die eigentlich kitschige Story ist eine legendäre romantische Komödie, die ihresgleichen sucht. Auch wegen der liebevollen Darstellung der vielen kleinen Macken des einen oder anderen Protagonisten.

Politisch inkorrekt und demaskierend

Macken haben auch die Bewohner im Norden Frankreichs, die Sch’tis. Zumindest geht Postmeister Philippe Philippe (Kad Merad) aus der heimeligen Provence davon aus. In Willkommen bei den Sch’tis wird er in die kalte Provinz versetzt. Und schlagartig fragt er sich: Kann man bei den schrägen Vögeln, deren Dialekt man kaum versteht, überhaupt leben? „Die meisten sterben an Kälte“, wird er prompt gewarnt. Das Ergebnis dieser Story: eine amüsante Culture-Clash-Komödie, die herrlich mit französischen Klischees spielt.

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Szene aus "Monsieur Claude und seine Töchter".
Die Partnerwahl seiner Töchter überrascht Monsieur Claude jedes Mal (© Neue Visionen).

Diesmal clasht es nicht zwischen zwei Kulturkreisen, sondern innerhalb einer Familie. Im Kinofilm Monsieur Claude und seine Töchter ist Katholik Claude (Christian Calvier) der Verzweiflung nahe: Er hat vier Töchter, drei davon sind verheiratet. Mit einem Muslim, einem Juden und einem Chinesen. Es wird Zeit, dass wenigstens seine jüngste Tochter einen Katholiken heiratet! Dieses interkulturelle Minenfeld ist der Stoff für eine mitreißende, amüsante und bitterböse Komödie, die kaum ein Klischee auslässt und sich auch nicht scheut, politisch inkorrekte Witze zu reißen.

Voll von überraschenden Wendungen

Selbst in das Genre der Fantasy-Science-Fiction packen die Franzosen eine gehörige Portion Humor, etwa in Das fünfte Element. Lufttaxi-Pilot Korben (Bruce Willis) versucht mit Leeloo (Milla Jovovich), die Welt vor dem Bösen zu retten. Luc Besson führt Regie, die Kostüme wurden von Stardesigner Jean-Paul Gaultier beigesteuert. 

Szene aus "Das fünfte Element".
Das ganze Universum jagt Milla Jovovic in Das fünfte Element (© Tobis).
Besson zeichnet auch für den Thriller Leon der Profi (1993) verantwortlich. Darin will die zwölfjährige Mathilda (Natalie Portman als Kind) ihre ermordete Familie rächen. Also heuert sie den Auftragskiller Leon (Jean Reno) an. Der wiederum befindet sich in einem Zwiespalt. In dem packenden Gesellschaftsdrama verfließen die Grenzen zwischen Gut und Böse. Und auch hier wird die Zeitlupe als dramaturgisches Mittel gewählt.


Szene aus "Lucy".
Lucy: Mit Superhirn zu übernatürlichen Kräften (© Gaumont/Universal).

Das Spiel mit schnellen und langsamen Szenen steigert Besson in dem actiongeladenen Science-Fiction-Film Lucy 2014. Lucy (Scarlett Johansson) gewinnt übermächtige Kräfte und schleudert ihre Gegner mir nichts, dir nichts gegen Wände. Ein bildgewaltiger Film, in dem sich Wissenschaftler Samuel (Morgan Freeman) fragt: Was, wenn Menschen nicht nur 10 Prozent ihrer Hirnkapazität nutzen, sondern mehr? Der Film war ein weltweiter Kino-Erfolg und ist der erfolgreichste französische Film der vergangenen 20 Jahre. 

Zusammengefasst: Das Erfolgsgeheimnis sind überraschende Geschichten mit viel Humor und einer trickreichen Machart.

Diese Filme findet ihr als Video on Demand bei Videoload auf EntertainTV

Ziemlich beste Freunde
Die fabelhafte Welt der Amélie
Willkommen bei den Sch’tis
Monsieur Claude und seine Töchter
Das fünfte Element
Leon der Profi
Lucy

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