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The Handmaid’s Tale – Der Report der Magd im Check: Buch vs. Serie

Grundlage für die hochgelobte und achtmal mit dem Emmy® ausgezeichnete US-TV-Serie ist Margret Atwoods Buch The Handmaid’s Tale, zu Deutsch: Der Report der Magd. In dem 1985 veröffentlichten Kultroman wird die Republik Gilead beschrieben, ehemals die USA, nun Gottesstaat und Militärdiktatur zugleich. Eine finstere Welt, angeführt von machtsüchtigen und skrupellosen Männern – den Kommandanten. Durch Umweltverschmutzungen und nukleare Katastrophen sind fast alle Frauen im Staat unfruchtbar geworden. Zu sehen ist die hochgelobte Serie exklusiv und ohne Aufpreis* bei EntertainTV – jeden Donnerstag eine neue Folge.

Szene aus "The Handmaid´s Tale – Der Report der Magd".
Desfred (Elizabeth Moss l.) und Desglen (Alexis Bledel) sind zu bedingungslosem Gehorsam verpflichtet (@ MGM).

Buch vs. Serie: Identische Ausgangslage

Jene Frauen, die noch in der Lage sind, Kinder zu gebären, werden ausgesondert und haben durch ihre Fruchtbarkeit einen besonderen Status. Sie sollen möglichst viele Kinder gebären und somit die nächste Generation von Gilead sichern. Die Frauen in Gilead sind in Klassen eingeteilt, von denen jede eine ganz bestimmte Funktion hat. Ganz oben in der Hierarchie stehen die Ehefrauen, die einen Kommandanten geheiratet haben. Sie kümmern sich um die Kinder, die die Magd ausgetragen hat. Die Mägde werden einem Haushalt zugeordnet und haben nur einen einzigen Zweck: Sie sorgen für Nachwuchs und werden dabei von den sogenannten Tanten auf Schritt und Tritt überwacht. Bleiben noch die Dienstmädchen. Sie sind für den Haushalt zuständig und müssen der herrschenden Klasse stets zur Verfügung stehen.

Die Mägde sind optisch gekennzeichnet: In der Serie tragen sie wie im Buch ein rotes Gewand und gestärkte Flügelhauben. Sie werden einmal im Monat zu ihrem Kommandanten geschickt und, unter Aufsicht der Ehefrau, zum Geschlechtsverkehr gezwungen.

Buch vs. Serie: Dieselbe Hauptfigur

Desfred (in englisch: Offred) – also die, die Fred gehört – ist sowohl im Buch als auch in der Serie die Hauptfigur. In Atwoods Buch wird Desfreds bürgerlicher Name nicht verraten, in der Serie ist sie June.

Szene aus "The Handmaid´s Tale – Der Report der Magd".
Desfred, die Heldin der Serie, blickt in eine ungewisse Zukunft (© MGM).

Im Roman verschafft Atwood ihrer Heldin ein offenes Ende: Es formiert sich eine Widerstandsbewegung, der Staat Gilead scheitert und vieles bleibt unklar. Ob Desfred überlebt? Ob sie als June zu ihrer Familie zurückkehrt? Nichts Genaues weiß man nicht. Fragt sich nun, welches Schicksal die Serienmacher für Desfred vorgesehen haben.

Buch vs. Serie: Ähnliche Erzählweise

Buch und Serie wählen denselben Einstieg in die Story von The Handmaid’s Tale – Der Report der Magd: Nach dem Untergang von Gilead werden in der Stadt Bangor Audiokassetten gefunden, deren Inhalt das Leben Desfreds als Magd dokumentiert. Frauen dürfen in Gilead weder lesen noch schreiben, daher besprach Desfred heimlich Audiokassetten. Dieser Report der Magd Desfred belegt alle Gräueltaten des menschenverachtenden Unrechtsstaates und erhält sie somit für die Nachwelt.

Sowohl im Buch als auch in der Serie gilt: Wer nicht zur herrschenden Klasse gehört, hat keine Rechte, lebt in gefängnisartig organisierten Kasten, wird mit Gestapo-, KGB- und Stasi-Methoden überwacht, ausgebeutet und versklavt.

Szene aus "The Handmaid´s Tale – Der Report der Magd".
Den Mägden steht die Angst bisweilen ins Gesicht geschrieben (© MGM).

Buch vs. Serie: Modifizierte Charaktere

Der „Washington Post“ verriet Margret Atwood einige wesentliche Unterschiede zwischen Buch und Serie. „Es wurden Charaktere weiterentwickelt, die ich als Erzählerin im Verlauf des Buches aus den Augen verlor. Ich brauchte sie nicht mehr.“ Zum Beispiel hat Desfreds Freundin Desglen in der Serie eine Affäre mit einer anderen Frau. Kurz nachdem das bekannt wird, hängt die heimliche Liebschaft an einem Kran. Danach wird Desglen kastriert: Sie wacht nach der Betäubung auf und bemerkt, dass ihr die Klitoris entfernt wurde.

Ebenfalls gegenüber der literarischen Vorlage modifiziert: Einige Figuren sind deutlich jünger, etwa der oberste Befehlshaber und seine Ehefrau, die in der Serie Kinder gebären könnte, wenn die Umweltverschmutzungen sie nicht unfruchtbar gemacht hätten. Bei Atwood war sie dazu nicht in der Lage. Die Tatsache, dass sie in einem ähnlichen Alter wie die Magd ist, verstärkt hingegen die Spannungen im Haushalt. Denn durch diese Tatsache steht sie in Konkurrenz zu den Mägden. 

 

Szene aus "The Handmaid´s Tale – Der Report der Magd".
Die Mägde stehen den Herrscherfamilien stets zu Diensten (© MGM).

Buch vs. Serie: Aktuellere Ereignisse

Das Buch The Handmaid’s Tale ist gespickt mit Anspielungen auf politische, kulturelle und religiöse Gesellschaftstendenzen. Die Serie greift viele davon auf, fügt der Handlung aber auch aktuellere Beispiele hinzu. Schließlich ist seit 1985 manches auf der Welt passiert. So kommt es in der Serie zu einem Women’s March, wie es ihn nach der Ernennung von Donald Trump zum Präsidenten gegeben hat. Dieser Marsch wird in der Serie von Soldaten jäh und brutal unterbunden.

Szene aus "The Handmaid´s Tale – Der Report der Magd".
Im Gegensatz zum Buch, gibt es in der Serie auch Mägde mit verschiedenen kulturellen Hintergründen (© MGM).

Noch ein Aspekt wurde in der Serie erheblich verändert: Im Buch legt Atwood einen stärkeren Fokus auf die Unterdrückung der Afroamerikaner, eine eindeutige Anspielung auf die Sklaverei. Wohingegen in der Serie Afroamerikaner dasselbe Leid erfahren wie alle anderen auch, die nicht der herrschenden Klasse angehören.

Darüber hinaus werden im Roman alle Menschen aus Gilead vertrieben, die nicht von der herrschenden Rasse gezeugt wurden. Eine lupenreine ethnische Säuberung. Afroamerikaner, Asiaten und Juden werden auf Schiffe gekarrt und außer Landes gebracht. Eine ganz so radikale Säuberung gibt es in der TV-Serie nicht, da die Fruchtbarkeit über allem steht – auch über der Hautfarbe.

Szene aus "The Handmaid´s Tale – Der Report der Magd".
Autorin Margret Atwood (l.) hat einen Gastauftritt in der Serie (© MGM).

Buch vs. Film: Detailgetreue Verfilmung

Margaret Atwood war beim Schreiben der Drehbücher als Beraterin beteiligt und wurde von den Produzenten der Serie über die filmische Umsetzung auf dem Laufenden gehalten. Sie hatte sogar einen Gastauftritt. Die Macher der TV-Serie haben sich akribisch an szenische und visuelle Beschreibungen Atwoods gehalten. Beispielsweise sind die Kostüme genau so, wie Atwood sie beschreibt. Eine durch und durch überzeugende TV-Adaption.

Für Buch und Serie gilt gleichermaßen: Die Story ist so mitreißend und erfolgreich, weil sich Leser und Zuschauer an reale Ereignisse erinnert fühlen. Die Bedrohung einer solchen Dystopie wird als realistisch wahrgenommen. Atwood dazu: „Sagen wir so: Ich sehe nicht, dass der Weg, den wir in der Serie beschreiben, so weit weg ist von dem, was passieren könnte. Es gibt schon Bundesstaaten, die dem, was wir zeigen, ziemlich nahekommen.“ Eine furchteinflößende Erkenntnis.

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