Filmlounge |

Horror meets Comedy: Get Out

Dominik Porschen über den Kino-Überraschungshit des Jahres

Achtung Spoileralarm! Es gibt sie also noch, diese unglaublichen Geschichten aus der Traumfabrik Hollywood: Der vor allem als TV-Komiker bekannte Jordan Peele (“Keanu”)  entscheidet sich, das Fach zu wechseln – und liefert in seinem Debüt als Autor und Regisseur  gleich den wohl besten Horrorfilm seit Jahren ab. Mit seinem überraschenden Genrewechsel und dem Schritt hinter die Kamera begeisterte Peele in den USA fast ausnahmslos alle Kritiker. Und das Publikum: Über 170 Mio. US-Dollar spielte der Film ein – bei läppischen Produktionskosten von unter fünf Mio. US-Dollar. Das Erfolgsgeheimnis der Horror-Satire: “Get Out” ist im wahrsten Sinne ein Film zum Totlachen, findet Dominik Porschen. Denn Peeles Erstlingswerk brilliert vor allem dank der starken Gegensätze von Comedy und Horror.

Auch im Plot von “Get Out” stellen Gegensätze eines der entscheidenden Motive dar. Nach fünf Monaten Beziehung lernt der afroamerikanische Fotograf Chris (Daniel Kaluuya) die Eltern seiner weißen Freundin Rose (Allison Williams) kennen. Seine anfängliche Sorge, dass die unterschiedlichen Hautfarben ein Problem darstellen könnten, erweist sich zunächst als unbegründet. Dean (Bradley Whitford) und Missy (Catherine Keener) präsentieren sich als großzügige und herzliche Gastgeber.

Dass dennoch bald Ungemach droht, betont der Film immer wieder geschickt durch clevere Ambivalenzen. So betont Dean zwar einerseits, Obama-Anhänger zu sein – gleichzeitig beschäftigt er aber ausnahmslos schwarze Hausangestellte. Dass auf dem Anwesen von Roses Eltern nicht alles mit rechten Dingen zugeht, erkennt Chris endgültig, als er feststellt, dass die Angestellten allesamt verstört und beängstigend folgsam wirken. In einem beeindruckenden Finale kommt er dem bedrückenden Geheimnis schließlich auf die Spur.

Hintergrund: Als Teil des Comedy-Duos “Key & Peele” hat Jordan Peele sich immer wieder mit dem Thema Rassismus auseinandergesetzt. Dass das Verhältnis zwischen Schwarzen und Weißen in den USA selbst in der Mitte der Gesellschaft noch ein schwieriges Thema ist, unterstreicht er in “Get Out” auf ebenso subtile wie überraschende Art und Weise. So ist das Regiedebüt nicht nur ein Fall für Horror-Fans – sondern vor allem für alle, die Filme lieben, die mit ihrer intelligenten Message ins Mark treffen.

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