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Kopfkinolawine: Die besten Kinderserien der 80er und 90er

Ein kurzer Blick in den Rückspiegel des Lebens: sonntagsmorgens mit zerzausten Haaren auf der Couch, Schlaffalten im Gesicht, den Pyjama am Körper, eine Schüssel Cornflakes in der Hand – und den Blick auf den Fernseher gebannt. Vor Augen: die Sendung mit der Maus, Alf, der kleine Vampir oder Wickie. TV-Serien wie diese gehörten fest zum Kinderalltag in den 80er- und 90er-Jahren. Wer heute erwachsen ist, erinnert sich womöglich mit Sehnsucht an die Lieblingsfiguren von damals. Allein die Titelmelodien lösen eine Kopfkinolawine aus.

Hallo, neuer Freund! Alf und Brian Tanner (© Warner Home Video / Imago).

„Was ist denn das überhaupt?“, fragt die pubertierende Lynn Tanner verwundert, und ihr Vater Willie erklärt: „Ein Alf. A. L. F. Das bedeutet: außerirdische Lebensform.“ Vor ihnen liegt im Wohnzimmer ein schweres und behaartes Alien, das sich schnell aufrappelt und direkt frech wird. Erste Staffel, erste Folge: Das Leben der kalifornischen Familie Tanner hat sich durch die ungewollte Ankunft des haarigen Alf für immer verändert. Vor allem Sohn Brian freut sich über den neuen außerirdischen Freund vom Planeten Melmac. Umso skeptischer ist Familienmutter Kate. Seit 1988 läuft die Serie Alf im deutschen TV, insgesamt wurden 102 Folgen gedreht. Kultstatus hatte Alf so schnell, wie er von der Familie Tanner verflucht und geliebt wurde. Was nicht zuletzt an seinen drei Lieblingsbeschäftigungen liegt: Fernsehen, Essen und Faulenzen.

Alberne Dinos und legendäre Maus

Ebenfalls eine lange Assoziationskette auslösend: die Running Gags der Dinos. „Bin daaaa. Wer noch?“, rief und fragte der konservative Familienvater Earl Sneed Sinclair stets, wenn er zur Tür hereinkam. Das nervige Baby plärrte: „Nicht die Mama! Nicht die Mama!“, während es mit einem Kochtopf auf den Kopf seines Vaters hämmerte. Und wenn irgendetwas Spaß bereitete, quengelte das kleinste Familienmitglied: „Nochmaaaaal!“ Natürlich waren da auch noch die shoppingsüchtige Tochter Charlene, der tugendhafte Sohn Robbie und die gutmütige Mutter Frances. Anfang der 90er-Jahre brachte Walt Disney die Kinderserie in die deutschen Wohnzimmer.

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Maus und Elefant: Seit Jahrzehnten Kult in Deutschland (© WDR).

Wenn es eine Titelmelodie gibt, die jeder erinnert, dann wohl die der Sendung mit der Maus. Komponiert wurde sie übrigens vom bekannten Musiker Hans Posegga. Die Serie läuft bereits seit 1971 im Fernsehen, aber auch in den 80er- und 90er-Jahren gab es kaum ein Kind, das nicht in den Bann der Maus und des Elefanten gezogen wurde. Das Konzept ist bis heute das gleiche: In den Sachgeschichten werden komplexe Themen einfach erklärt. In den Lachgeschichten werden die Abenteuer vom kleinen Maulwurf, Janosch, Käpt’n Blaubär und vielen anderen Kinderhelden erzählt. Dazwischen: die Maus-Spots. Und nicht zu vergessen: der legendäre Vorspann der Sendung mit der Maus, in dem die Themen der Sendung angesagt werden – jeweils in einer fremden Sprache.

Liebenswerter Vampir und toughe Kriegerin

Die Kinderserie Der kleine Vampir bestand aus nur einer einzigen Staffel mit 13 Episoden – doch das reichte zum Kultstatus. Was vor allem an der Hauptfigur Rüdiger von Schlotterstein lag. Mit seinen blutunterlaufenen Augen, der blassen Haut, den spitzen Eckzähnen und seinem Wuschelkopf war der kleine Vampir genauso furchterregend wie liebenswürdig. Die Story: Vampir Rüdiger schwebt eines Abends in das Zimmer des zehnjährigen Anton Bohnsack. Fortan erleben sie Abenteuer um Abenteuer. Anton hat einen neuen besten Freund, seine Welt ist auf den Kopf gestellt – und die Eltern dürfen nichts davon wissen. Zusammen besuchen sie Vampirpartys, fliegen mithilfe von Flugpulver in Rüdigers Gruft und verstecken sich vor Vampirjäger Geiermeier. Die Serie wurde 1985 erstausgestrahlt. Schauspieler Joel Dacks, der als Kind den Vampir Rüdiger verkörperte, wechselte bald das Fach. Er ist heute ein erfolgreicher Biologe.

Sailor Moon zählt zu den erfolgreichsten Animes aller Zeiten (© NAOKO TAKEUCHI/PNP, TOEI ANIMATION).

„Sag das Zauberwort und du hast die Macht. Halt den Mondschein fest und spür die Kraft!“ Einmal gehört geht das Intro der Anime-Serie Sailor Moon nicht mehr aus den Ohren. Was für eine bizarre Mischung aus Schlager und Dance, die auch auf Mallorca als Einheizer laufen könnte. Die heute legendäre Zeichentrickserie lief erstmals 1995 im ZDF. Im Mittelpunkt steht das Schulmädchen Usagi „Bunny“ Tsukino, das die Fähigkeit besitzt, sich in Sailor Moon, die Kriegerin für Liebe und Gerechtigkeit, zu verwandeln. Zur Seite stehen ihr die schwarze, sprechende Katze Luna und die ominöse Figur Tuxedo Mask. Ihre Abenteuer sind mal rührend, mal aufwühlend, es geht um Freundschaft und ums Erwachsenwerden. Deshalb hatte die Kindersendung schon immer auch erwachsene Fans.

Mutiger Wickie und lustige Schlümpfe

Der kleine Wikingerjunge Wickie mit den roten, schulterlangen Haaren war weder ausgesprochen stark noch besonders mutig. Dafür aber umso schlauer und kreativer. Mit Köpfchen statt Muskelkraft wurde Wickie zum Helden vieler Kinder. Als Vorlage für die Kinderserie Wickie und die starken Männer diente das gleichnamige Buch des schwedischen Schriftstellers Runer Jonsson. 1974 gestartet wiederholen die öffentlich-rechtlichen Sender die Kinderserie bis heute. Die Titelmusik „Hey, hey, Wickie, hey Wickie hey. Zieh fest das Segel an“ von damals wurde zum Ohrwurm. Was viele gar nicht wissen: Die Zeichentrickserie wurde im Auftrag des ZDF in Japan produziert – als erstes Anime des deutschen Fernsehens.

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Ohne Zauberer Gargamel ist die Welt in Schlumpfhausen meist in Ordnung (© SPHE).

Für viele Kinder der 80er- und 90er-Jahre gehörten Die Schlümpfe zum Leben wie das Zähneputzen zum Schlafengehen. Die lustige Abenteuerwelt der Schlümpfe machte genauso süchtig wie die Haribo-Schlümpfe in den Backenzähnen klebten. Ob nun der rauschbärtige Papa Schlumpf, die Profi-Petze Schlaubi, Tollpatsch Clumsy oder Babyschlumpf – jeder hatte seinen persönlichen Favoriten. Die Lieblingsbeschäftigung der neurotischen Kreaturen? Sich mit sich selbst beschäftigen. Und sich natürlich vor dem mies gelaunten Zauberer Gargamel verstecken. Erfunden wurden die Schlümpfe übrigens 1958 vom belgischen Zeichner Pierre Culliford, ein paar Jahrzehnte später kam die lustige Zeichentrickserie ins TV.

Leidenschaftlicher Gregor und chaotischer Pumuckl

Die Manga-Serie Kickers wurde in den 80er-Jahren in Japan produziert, ging dort aber etwas unter. Anders als in Deutschland, wo der überzeichnete Fußballstoff die Kinderaugen strahlen ließ. Im Zentrum der Geschichte ist der kleine Gregor, der sich nach dem Umzug in die neue Stadt dem lokalen Fußballteam anschließt: den Kickers. Das erste Spiel gegen Teufel geht 1:10 in die Hose, doch Gregor schafft es, die Verlierer zu motivieren. Mit der Zeit haben auch seine Teamkollegen Tino, Mario, Charlie und Konsorten wieder Lust auf Fußball. Ein Spiel nach dem anderen wird gewonnen. Und die Moral? In fast jedem Spiel geraten sie in Rückstand und holen dank Leidenschaft und Taktikgeschick wieder auf.

Schon bald unzertrennlich: Pumuckl und Meister Eder (© Universal Pictures / Imago).

Als chaotisches Traumpaar bleiben Meister Eder und sein Pumuckl in Erinnerung. Hier der vergessliche Schreinermeister Eder, gespielt von Gustl Bayrhammer. Dort der rothaarige Kobold. Hier bayerischer Dialekt und tiefe Gemütlichkeit, dort ein aufgekratztes, freches Wesen. Hurra, hurra, der Pumuckl ist da. Sichtbar war die Kreatur allerdings nur für Meister Eder – und für die Zuschauer vor den Röhrenfernsehern. Die Sendung mit insgesamt 52 Episoden wurde nach der Erstausstrahlung 1982 schnell zur Institution. Legendär sind auch die Gastauftritte von Iris Berben, Karl Dall und Toni Berger.

Kann auch lachen: Mila Superstar (© KSM).

Lachende Mila und die Sonne über Fujiyama

Mit ihren Kulleraugen und dem Pferdeschwanz eroberte Volleyball-Mädchen Mila bereits in den 60er-Jahren die Herzen der japanischen Kids. Großen Anteil am Erfolg der Zeichentrickserie Mila Superstar hatte der Volleyball-Boom zu dieser Zeit, ausgelöst durch die japanische Volleyball-Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1964. Über RTL II kam die Kindersendung Jahrzehnte später nach Deutschland. Für eine Kinderserie hatte Mila Superstar einen ungewöhnlich ernsten Inhalt: Die zwölfjährige Mila hat eine schwere Lungenkrankheit überwunden und ist mit übertriebenem Ehrgeiz, einer großen Portion Selbstmitleid und jede Menge Druck von ihrem Umfeld beschäftigt. Volleyball wird zur Befreiung aus der traurigen Kindheit, ihre größte Waffe dabei: der Tornado-Angriff. Und am Ende kann Mila lachen, „wie die Sonne über Fujiyama“ – denn sie wird die beste Volleyballerin der Welt.

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