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Die fiesesten Monster der Filmgeschichte

Die Geschichte des Kinos beginnt auf dem Jahrmarkt. Nach der Erfindung des Projektors waren es Schausteller, die die „laufenden Bilder“ einem staunenden Publikum präsentierten. Diese waren jedoch nur ein Spektakel unter vielen: Auf den Rummelplätzen tummelten sich Schwertschlucker und Schlangenbeschwörer, exotische Tiere und bizarre Freaks – die Lust am Fremden war groß zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Der Film griff diesen Zeitgeist schnell auf: Er befriedigte die Bedürfnisse der Zuschauer mit inszenierten Streifen über unzähmbare Bestien und wilde Kreaturen. So entstand das erfolgreichste Genre der Filmgeschichte: der Monsterfilm.

"King Kong" in New York.
King Kong im Remake von Peter Jackson (© Universal Pictures Home Entertainment).

Der König der Monster

1933 wurde der behaarteste Star Hollywoods geboren: King Kong. Mit dem Klassiker King Kong und die weiße Frau schubste der Riesenaffe Frankensteins Monster vom Thron der Filmmonster. Die gigantischen Arme, der traurige Blick und das erschütternde Gebrüll begeisterten Millionen Kinogänger auf dem gesamten Erdball.
Bis heute flößt der pelzige Primat dem Zuschauer Respekt vor den ungezügelten Kräften der Natur ein. Vor allem das 2005er-Remake von Peter Jackson entfachte den Hype aufs Neue. Der Regisseur vom Film Der Herr der Ringe erweckte in seinem Monsterfilm einen monumentalen Silberrücken zum Leben, der die Zuschauer mit seinen menschlichen Zügen rührte.

2017 erlebte die haarige Kreatur im Film Kong: Skull Island ein erneutes Comeback. King Kong ist diesmal aber kein tragischer Held. Stattdessen löst er als menschenfressendes Monster ein Dschungelinferno im Stil von Apocalypse Now aus. Regisseur Jordan Vogt-Roberts verließ mit seinem Inseltyrannen die ausgetrampelten King-Kong-Pfade – und zeigte eindrucksvoll, dass eine Neuinterpretation des Mythos möglich ist. Getreu dem Motto: Mehr Apokalypse, weniger Schöne und weniger Biest.

Ohne Zweifel: King Kong faszinierte die Menschen. Doch hatten sie wirklich Angst vor ihm? Niemand lief nach dem Film mit der Furcht durch die Straßen, von einem wild gewordenen Riesenaffen gekidnappt zu werden. Ein anderer Monsterfilm sollte die westliche Welt aber regelrecht traumatisieren.

Filmplakat: "Der weiße Hai".
Die Geburt einer Urangst: Der weiße Hai (© Universal Pictures).

Das Grauen aus der Tiefe

Als der Film Der weiße Hai 1975 Premiere feierte, war das die filmische Geburt einer Urangst: Der Angst vor der Tiefe des Wassers und vor dem Gefühl, dass da etwas unter einem lauert. Nie hat ein Filmmonster so sehr in den Alltag der Menschen eingegriffen wie die Tötungsmaschine mit den dunklen Augen. Womöglich haben sich viele Menschen fortan umso mehr dabei ertappt, beim Schwimmen mit einem mulmigen Gefühl nach unten zu blicken.
Der weiße Hai ist einer der effektivsten Horrorfilme überhaupt. Nicht nur in der ersten Stunde, im ganzen Film taucht das Monster nur sehr selten auf. Steven Spielberg überträgt im Film Der weiße Hai die Suspense-Technik auf den Monsterfilm, für die vor allem Großmeister Alfred Hitchcock bekannt ist. Das hat zur Folge, dass im Film mehr über den Hai gesprochen wird, als dass die Zuschauer ihn tatsächlich sehen.
Spielbergs erster großer Hit brach zu der Zeit nicht nur den Einnahmerekord. Indem er die Bestie nur andeutungsweise zeigte, verlagerte er den Horror von der Leinwand in den Kopf der Zuschauer. So sorgt der Regisseur für eine permanente Angst, die über den üblichen Filmgrusel hinausgeht: eine Angst, die immer da ist, wo das Meer ist.

Im Bann der Riesenechsen

Fast zwanzig Jahre später bestätigte Steven Spielberg seinen Ruf als Wunderkind Hollywoods: Im Dino-Blockbuster Jurassic Park erweckte er die Giganten der Urzeit zu neuem Leben – und sorgte somit bei all jenen für feuchte Augen, deren Kindheit im Bann der Riesenechsen stand.
Vor allem eine Szene brannte sich in das kollektive Gedächtnis ein: Die Ankunft des T-Rex, dessen Annähern sich subtil durch Vibrationen im Wasserglas ankündigt. Ähnlich wie in Steven Spielbergs erstem Monsterfilm herrscht auch im Film Jurassic Park die meiste Spannung, wenn gar nicht viel zu sehen, sondern nur zu erahnen ist.

Filmszene aus "Jurassic Park".
Guck mal, wer da brüllt: T-Rex in Jurassic Park (© NBCUniversal).

Unzählige Gastauftritte in Monsterfilmen haben den „König der Echsen“ zum Symbol für die Grausamkeit der Urzeit werden lassen. Kein Wunder: Das riesige Maul, seine schiere Größe und der angeborene Tötungsinstinkt ließen den Zuschauern das Blut in den Adern gefrieren und den T-Rex zu einem der gefürchtetsten Filmmonster werden.
Der gefräßige Dino durfte auch in den Fortsetzungen Vergessene Welt: Jurassic Park (1997), Jurassic Park III (2001) und Jurassic World (2015) die Menschen terrorisieren. Eine Erkenntnis aus dem ersten Film behielt jedoch Bestand: Wer von einem Tyrannosaurus Rex gejagt wird, sollte sich nicht auf dem Toilettenhäuschen verstecken.

Filmplakat: "Godzilla".
So stellt sich Hollywood die Riesenechse vor (© Warner Bros.).

Godzillas grundlose Zerstörungswut

Filmmonster gibt es viele, aber nur eines kann von sich behaupten, einen Stern auf dem Walk of Fame zu haben: Godzilla. Interessant ist aber vor allem die Entstehungsgeschichte der gigantischen Kreuzung aus Saurier und Echse.
Godzilla wird 1954 geboren – genau in jenem Jahr, in dem ein atomarer Zwischenfall die Mannschaft eines japanischen Fischerbootes schwer verstrahlte. Japan ist außerdem das einzige Land, das aus erster Hand erleben musste, welch verheerende Wirkung der Einsatz einer Atombombe hat.
Im Film watet die Riesenechse im Nebel auf die Stadt zu und legt sie in Schutt und Asche. Der Grund? Es gibt keinen! Godzilla ist die Personifizierung sinnloser Massenvernichtung und symbolisiert die zerstörerische Kraft nuklearer Waffen. 2014 kam der letzte amerikanische Film von Godzilla ins Kino – drei Jahre nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima.

Nach über 30 Filmen und Spin-offs wie Cloverfield ist das grüne Ungetüm das bekannteste Monster der Welt. Kurz vor dem Rentenalter blickt der Monster-Senior auf ein bewegtes Leben und einen Gesinnungswandel zurück: War Godzilla in den ersten Filmen noch die ultimative Bedrohung für Japan, verteidigte das Monster später sogar die Erde vor anderen Ungeheuern.

Im Weltall hört dich niemand schreien

Der Horrorfilm Alien war bei seiner Veröffentlichung 1979 eine Sensation. Nie zuvor sah man auf der Leinwand solch eine verstörende Kreatur wie die außerirdische Mordmaschine. Der Schweizer Künstler H. R. Giger erschuf das fremde Wesen als gewissenlose Bestie, die mit messerscharfen Zähnen Menschen jagt und sie als Brutstätte nutzt.
Der Thriller gehört zu den visuell beeindruckendsten Werken des modernen Kinos. In den verwinkelten Gängen der „Nostromo“ steigert Regisseur Ridley Scott den Horror von Szene zu Szene. Erst am Ende des extraterrestrischen Katz-und-Maus-Spiels, in einem atemberaubenden Showdown, sieht man das Alien in seiner vollen Pracht. Vorher deutet Scott nur an – doch die Schatten und Ausschnitte helfen dabei, dass sich die Angst im Kopf des Zuschauers einnistet.

Filmszene aus "Alien".
Fremd und gewissenlos: H. R. Gigers Alien (© 20th Century Fox).

Ridley Scotts Furcht einflößendes Alien gilt auch heute noch als der Inbegriff des Fremden. Ihm stand mit Sigourney Weaver als Ellen Ripley eine würdige Antagonistin gegenüber, die zu den stärksten Frauenrollen der Filmgeschichte zählt. Dieses Zusammenspiel machte Alien zum Science-Fiction-Meilenstein und zu einem der besten Filme überhaupt.

Schon gewusst? Viele der bekanntesten Filmmonster haben ihren Ursprung in Independent-Horrorfilmen. Wir haben den Aufstieg unabhängiger Gruselfilme genauer betrachtet.

Diese Filme findet ihr als Video on Demand bei Videoload auf EntertainTV

King Kong
Der Herr der Ringe
Apocalypse Now
Der weiße Hai
Jurassic Park
Vergessene Welt: Jurassic Park
Jurassic Park III
Jurassic World
Godzilla
Cloverfield
Alien

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