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Von Tatort-Tweet bis Second Screen: Das TV-Verhalten der Deutschen

Tatort als Social-Media-Hit

Wie sehr TV-Ereignisse die ganze Nation bewegen, zeigt der ARD-Dauerbrenner „Tatort“ Woche für Woche aufs Neue. Während die Krimifans sich früher am Montag im Büro oder beim Bäcker über den letzten Fernsehmord ausgetauscht haben, tun sie es jetzt noch während der Sendung über Social Media. Und zwar mit rekordverdächtigem Traffic: Auf der ARD-Facebook-Seite sammeln sich gut 3.000 Kommentare zu jeder Tatort-Folge. Und auf Twitter erzeugen die Fernseh-Ermittler im Schnitt 9.000 Tweets – wohlgemerkt in den 90 Minuten der Ausstrahlung.

Schaust du noch oder streamst du schon?

Es gibt sie also noch, die klassischen Fernsehgucker, die abends um 20:15 Uhr den TV-Apparat einschalten und Filme so schauen, wie es der Programmchef des Senders vorgegeben hat. Aber der Trend geht weg vom starren Zeitschema. 35 Prozent der Deutschen schauen sich Filme oder Serien bereits über Video-on-Demand an und 47 Prozent nutzen Online-Mediatheken. Das heißt, ein Großteil des Fernsehpublikums lässt sich längst keine Uhrzeit mehr vorschreiben.

Video-on-Demand und Online-Mediatheken sind auf dem Vormarsch

Unter denjenigen, die das Streamen für sich entdeckt haben, geht das Interesse am klassischen Programmschema stark zurück, wie Bitkom Research in einer Umfrage ermittelt hat. Im Sommer 2016 sagte jeder vierte Streaming-Fan (25 Prozent), dass er in Zukunft komplett aufs sogenannte lineare Fernsehen verzichten könnte. Zwei Jahre vorher waren es nur 18 Prozent. „Das klassische Fernsehen verliert seine große Bedeutung. Die Zukunft gehört Streaming-Diensten und Mediatheken“, erklärt Timm Lutter, Bitkom-Experte für Consumer Electronics und Digital Media. „Die Fernsehzuschauer emanzipieren sich von passiven Verbrauchern zu aktiven Nutzern, die ihr TV-Programm selber bestimmen.“

Fernsehen als Paartherapeut?

Zum Glück führt dies nicht zu Millionen vereinsamter Couch-Potatoes. Ganz im Gegenteil: Während in den 80er- und 90er-Jahren ganz Deutschland im Privatfernsehfieber daheim versank, folgte ab 2006 der Public-Viewing-Boom. Ausgelöst durch die Fußball-WM trafen sich auf einmal Gleichgesinnte auf Fanmeilen und in Kneipen, um gemeinsam fernzusehen. Auch der Tatort hat davon profitiert, denn auch die Krimifans suchen seitdem das Gemeinschaftserlebnis.

Seit dem Sommermärchen liegt das Fernsehen mit mehreren Gleichgesinnten voll im Trend

Überhaupt hat Fernsehen eine verbindende Wirkung. Mit dem Boom der amerikanischen TV-Blockbuster von Homeland bis House of Cards treffen sich Serienjunkies wieder reihenweise zum Fernsehabend daheim. Das rettet im Zweifel sogar Ehen: Pärchen, die gemeinsam Serien schauen, stärken nachweislich ihre Beziehung, wie die University of Aberdeen kürzlich herausfand, denn sie gewinnen dadurch neue gemeinsame Freunde – auch wenn es sich nur um fiktive TV-Charaktere wie Frank Underwood oder Carrie Mathison handelt. Schön auch, dass hier keine Gefahr besteht, dass der Partner mit dem besten Kumpel durchbrennt …

Love is in the Screen: Pärchen, die Serien schauen, stärken ihre Beziehung

Und falls doch: Auch für Singles kann Fernsehen hilfreich sein. Laut einer amerikanischen Studie kann das Anschauen der Lieblingssendung und das anschließende Nachdenken darüber Einsamkeitsgefühle lindern. Dafür ist es aber ratsam, sich auch auf die Sendung zu konzentrieren und sich nicht wie 29 Prozent der Deutschen von Nebentätigkeiten wie Telefonieren, Lesen, Surfen, SMS-Schreiben oder Musikhören ablenken zu lassen! Ein Drittel der Befragten gab sogar zu, das Abendessen ausschließlich bei eingeschaltetem Fernseher zu sich zu nehmen. Ob die Pizza zu den Rosenheim Cops oder der Tagesschau dann besser schmeckt, ist aber nicht bekannt (ansonsten hätten wir hier auch noch ein paar Tipps zu gesunden Snacks für Serienjunkies). 

Second Screen oder Abendessen: Die Nebenbeschäftigungen beim Fernsehen sind vielfältig

Männersport und weiblicher Wissensdurst

Wer welche Fernsehvorlieben hat, wissen die Demografen aber schon. Und tatsächlich bestätigt sich hierbei ein altes Klischee. Sportsendungen stoßen bei männlichen Zuschauern (45,3 Prozent) auf größere Beliebtheit als bei Frauen. Nur bei 10,2 Prozent der weiblichen Zuschauer gehört TV-Sport zu den beliebtesten Formaten. Bei Quizsendungen wie „Wer wird Millionär?“ ist die Beliebtheit unter Frauen etwa doppelt so hoch (26,1 Prozent) wie bei Männern (14,9 Prozent) – Berieselung versus Wissensdurst. 

TV-Vorlieben: Männer mögen Sport, Frauen schwören auf Quiz-Sendungen

Wer ist TV-Weltmeister?

Wir schauen stetig mehr fern. In einem deutschen Haushalt läuft der Fernseher pro Tag im Schnitt 221 Minuten, also fast vier Stunden. Die größten Fernsehmuffel in Deutschland leben in Baden-Württemberg (192 Minuten). Die fernsehfreudigsten Deutschen wiederum sind die Sachsen mit 274 Fernsehminuten pro Tag. Passiert denn da sonst nichts?
Im weltweiten Vergleich rangieren wir insgesamt im Mittelmaß. Innerhalb Europas toppen uns die Rumänen locker mit 340 Fernsehminuten pro Tag, während man in der Schweiz nur gut zwei Stunden fernsieht (129 Minuten). Auch die TV-Zuschauer Nordamerikas schlagen uns lässig mit 277 Minuten. Wer hierzulande etwas gegen die amerikanische Fernsehdominanz tun möchte, sollte also ab jetzt mindestens eine dreiviertel Stunde länger fernsehen pro Tag.

TV-Verhalten: Deutsche sehen im Schnitt 221 Minuten fern pro Tag

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