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Von Schwarz-Weiß zu UHD: Die Geschichte des Fernsehens

Dicke Röhrenfernseher, unscharfe Schwarz-weiß-Aufnahmen, Sendeschluss. Alles Relikte aus vergangener Zeit. Heute sind Fernseher smarte Multimediazentralen mit gigantischer Auflösung. Und auch die Art, wie wir fernsehen, hat sich grundlegend verändert. Früher schaute man gemeinsam royale Hochzeiten, Fußball-Länderspiele oder Samstagabend-Shows. Zu einem gewissen Datum, zu einer bestimmten Uhrzeit. Heute kann jeder alles jederzeit und überall anschauen. Wie es zu dieser Entwicklung kam?

Grafik zum Fernsehen.

Hier gibt es einen Überblick über die bewegte Geschichte des Fernsehens – und dazu noch einen Ausblick, wie der Fernsehabend der Zukunft aussehen könnte.

Grafik zur Braunschen Röhre.

Die Anfänge: Wer hat’s erfunden?

Als Erfinder des Fernsehers gilt der deutsche Techniker Paul Nipkow. 1884 meldet Nipkow das Patent für ein elektrisches Teleskop an und schafft somit die erste Generation der Fernsehtechnik. Nur wenig später entwickelt der deutsche Elektrotechniker Ferdinand Braun die sogenannte Braun’sche Röhre. Das Prinzip ist die Grundlage für den guten alten Röhrenfernseher. Obwohl die technischen Voraussetzungen geschaffen sind, dauert es lange, bis Fernsehen zum Massenmedium wird: Bis in die 1950er-Jahre bleibt das Fernsehen eine mediale Randerscheinung.

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Aufstieg zum Massenmedium: Durchbruch der Mattscheibe

1950 wird die ARD gegründet. Erstmals gibt es ein gemeinschaftliches Fernsehprogramm für die Bundesrepublik Deutschland. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung kommt nun auch grundsätzlich Fahrt in die TV-Branche. Die Krönung von Königin Elisabeth II. 1953 gilt als erstes Großereignis, das in vielen Ländern im Fernsehen übertragen wird. Ein Jahr später strömen Tausende Zuschauer in die Gaststätten, um bei der Fußball-Weltmeisterschaft mitzufiebern. Galten Fernseher lange Zeit als zu teuer, ändert sich das im Zuge des Wirtschaftswunders.

Weil immer mehr Menschen vor der Mattscheibe sitzen und der Anspruch an das TV-Programm wächst, sind neue Sendeformate gefragt: 1952 läuft die erste Tagesschau, und im Juni 1961 geht die Sportschau auf Sendung. 1963 startet dann das ZDF. In der DDR gehören die Aktuelle Kamera oder Unser Sandmännchen für viele Bürger zum Abendritual. Doch auf beiden Seiten der innerdeutschen Grenze ist das Fernsehprogramm vor allem eines: ziemlich grau.

Grafik zum Farbfernsehen.

Das ändert sich, als das Farbfernsehen 1967 auf der Internationalen Funkaustellung (IFA) vorgestellt wird. Bei großen Events zieht es nun immer mehr Menschen vor die TV-Geräte: 1969 betritt der erste Mensch den Mond – und fast 600 Millionen Fernsehzuschauer sind live dabei. 1973 schreibt Musik-Legende Elvis Presley TV-Geschichte. Sein Konzert Aloha from Hawaii sehen 1,5 Milliarden Menschen.

Buntes Privatfernsehen: Viele Kanäle, kreative Formate

1975 macht die Erfindung der Fernbedienung das TV-Erlebnis um einiges bequemer. Zu dieser Zeit besitzen bereits 13 Prozent der Privathaushalte einen Fernseher. Seinen endgültigen Siegeszug feiert die Flimmerkiste spätestens mit der Einführung des Privatfernsehens 1984. Der erste private Sender ist die sogenannte Programmgesellschaft für Kabel- und Satellitenrundfunk (PKS), aus der ein Jahr später Sat1 wird. RTL plus, heute RTL, startet nur einen Tag danach.

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Die Privaten bringen Schwung in das bisher von Nachrichtenformaten geprägte öffentlich-rechtliche Programm. Comedy, Boulevardmagazine, Telenovelas und Castingshows – all das gibt es damals nur bei den Privatsendern. Unvergessen sind Sendungen wie Tutti Frutti mit Hugo Egon Balder und Hella von Sinnen (1990–1993, RTL), die erste Nachmittagstalkshow Hans Meiser (1992–2001, RTL) oder Traumhochzeit (1992–2000, RTL) mit Linda de Mol.

Fernsehen als Popkultur: Diese Shows sind legendär

Fernsehsendungen prägen von nun an ganze Generationen: Die US-Serien Dallas (ab 1981, Das Erste), Denver Clan (ab 1983, ZDF) oder Baywatch (ab 1990, Das Erste) haben riesige Fan-Communitys. Showmaster wie Rudi Carrell, Thomas Gottschalk oder Frank Elstner werden durch das Fernsehen zu Idolen.

Immer dann, wenn die Welt zusammenrückt, ist das Fernsehen dabei: 1985 verfolgen weltweit 1,5 Milliarden Zuschauer Bob Geldofs Band beim Live Aid Konzert. Die Beerdigung von Prinzessin Diana sehen 1997 unglaubliche 2,5 Milliarden, die Beisetzung von Papst Johannes Paul II. 2005 knapp zwei Milliarden im Fernsehen. Sonst sind es vor allem die sportlichen Großereignisse, die TV-Geschichte schreiben. Das Halbfinale der Fußball-WM zwischen Deutschland und Italien verzeichnet 2006 einen Marktanteil von gigantischen 91 Prozent.

Technische Entwicklung: Quantensprünge am Fließband

Das neue Massenmedium entwickelt sich auch technisch rasend schnell. In den 1980er-Jahren werden Satelliten- und Kabelfernsehen eingeführt, und der Teletext geht 1980 an den Start. Ein weiterer Meilenstein: Ende des Jahrtausends erfasst die Digitalisierung die Fernsehlandschaft. Zum einen revolutioniert die Einführung der Flachbildschirme die Bildqualität. Zum anderen löst 2003 das digitale terrestrische Fernsehen (DVB-T) erstmals die analoge Übertragung ab. Und nicht zu vergessen: Mithilfe von IP-Technologie ist Fernsehen jetzt auch über das Internet möglich.

Fortan wird die Bildqualität laufend weiterentwickelt: Nach SD, HD und Full HD erleben wir heute bereits die Generation UHD. Der neue Standard ist mit einer Pixel-Anzahl von 3840 x 2160 fast doppelt so hochauflösend wie der Vorgänger Full HD. Seit 2010 können Fernseher für den Heimgebrauch außerdem auch 3D-Inhalte wiedergeben.

Grafik zu Meilensteinen der TV-Geschichte.
Grafik zu Meilensteinen der TV-Geschichte.

Vernetzt und individuell: So geht Fernsehen heute

Mittlerweile ist der Fernseher nicht mehr nur TV-Gerät, sondern Teil eines digitalen Multimediasystems. In jedem dritten Wohnzimmer steht ein Smart-TV. Die modernen All-in-one-Computer sind in der Lage, neben dem herkömmlichen TV-Programm auch Videos aus Mediatheken oder Video-on-Demand-Portalen wie Videoload wiederzugeben. Und obwohl der gute alte Teletext noch immer nicht ausgedient hat, lassen sich via Smart-TV sämtliche Informationen über Apps oder digitale Programmmanager einsehen. Dienste wie EntertainTV von der Telekom bieten heute ein TV-Erlebnis, das sich den Sehgewohnheiten der Zuschauer anpasst. Mit Funktionen wie Restart, Timeshift oder EntertainTV mobil entscheiden Nutzer individuell, wann sie wo welche Inhalte anschauen möchten. Denn Sendungen können einfach von vorne gestartet und pausiert werden. Die Zeiten, in denen Zuschauer pünktlich um 20.15 Uhr für die Lieblingssendung zu Hause sein mussten, sind also definitiv vorbei!

Ausblick: So wird das Fernsehen der Zukunft

Fakt ist: Internet und Fernsehen werden zukünftig noch mehr miteinander verschmelzen. Das Fernsehprogramm wird individueller und klassische TV-Sender mehr und mehr durch Video-on-Demand-Plattformen abgelöst.

Auch die Technik wird weiterhin Fortschritte machen. Mit Virtual-Reality-Brillen können Nutzer heute schon in virtuelle Welten eintauchen. Die totale Immersion soll die nächste Stufe sein. Hier verschmilzt die Welt des Betrachters mit der fiktiven Welt auf dem Bildschirm. Die Fernsehbildschirme der Zukunft werden dann womöglich durchlässig oder ganz unsichtbar. Und auch wenn es kaum möglich scheint: Die neue Generation der Fernseher soll noch schärfer werden. 8k (UHD-2) ist für 2019 geplant. Im Gegensatz zu UHD-1 ist das eine erneute Vervierfachung der Bildschärfe.

Fazit: Die TV-Technologie hat seit ihrer Erfindung gigantische Entwicklungen vollzogen. Doch auch unsere Sehgewohnheiten haben sich verändert. Um Zuschauer weiterhin für das Programm zu begeistern, müssen sich Anbieter immer wieder etwas Neues einfallen lassen. Denn die Zukunft des Fernsehens wird alles sein – nur nicht langweilig!

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