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Comic-Superheldinnen an die Macht

Eine kampflustige Amazone mit wehender Mähne, funkelnden Augen und knappem Gewand: Die Schauspielerin Gal Gadot spielt Wonder Woman im gleichnamigen Fantasyfilm derart überzeugend, dass man denken könnte, sie sei im vorherigen Leben tatsächlich eine Superheldin gewesen. Ihr Geliebter Steve Trevor, gespielt von Chris Pine, kann sich glücklich schätzen. Denn Wonder Woman, deren bürgerliche Geheimidentität Diana Prince ist, besitzt viele Eigenschaften, die manch eine Frau gern hätte und die Männer oft lieben. Sie ist attraktiv, furchtlos, hat einen unbändigen Kampfgeist und einen stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Eigenschaften, die traditionellerweise der männlichen Heldenrolle in Comics zugeordnet sind.

Trailer zum Film Wonder Woman © Warner Bros. DE


Sexy Outfits und laszive Posen

Weibliche Helden drängen verstärkt in den Vordergrund von Comicfilmen. Dennoch besteht folgender Fakt weiterhin: Comics über Superhelden und Superheldinnen sind größtenteils von und für Männer gemacht. Die erotische Darstellung der Frau ist daher nicht verwunderlich. Hinzu kommt, dass eine unansehnliche Person, ob weiblich oder männlich, nicht einfach als Held zu vermitteln ist. Wer will sich schon mit einem Loser oder Nerd identifizieren?

Filmplakat von "Wonder Woman".
Power meets Sexappeal: Wonder Woman in Action (© Warner Bros.).

Ein Blick auf die altehrwürdigen Superheldinnen zeigt: Sowohl Catwoman als auch Diana aka Wonder Woman punkteten Anfang der 1940er-Jahre in erster Linie durch sexy Outfits und laszive Posen – und eher nebenher durch Weltretter-Action. Trotz ihrer großen Beliebtheit blieben sie lange im Schatten der männlichen Kollegen: 75 lange Jahre später feierte Diana Prince als Wonder Woman ihr Kinodebüt mit einem eigenen Film: 2016 im Drama Batman v Superman: Dawn of Justice. Halle Berry hingegen ließ bereits 2004 ihre Reize als sexy Catwoman aufblitzen. Sie springt in einem hautengen Latex-Dress akrobatisch durch die Nacht, um sich an Mördern zu rächen. Wer die Story analysiert, bemerkt: Catwoman ist als Frau nicht nur Sexsymbol, sondern mysteriöse Femme fatale, die sich vom unterdrückten Frauchen zum selbstbewussten Powergirl verwandelt.


Filmszene in "Fantastic Four".
Die Mutter aller Superheldinnen: Sue Storm als Invisible Woman (© Marvel/Constantin).

Multitaskende Powerfrauen

1961 schufen Autor Stan Lee und Zeichner Jack Kirby das erfolgreiche „World’s Greatest Comics Magazine“ – und darin auch einen neuen Heldentypus: Die Giganten der Zukunft sollten keine sterilen Übermenschen mehr sein, sondern ganz normale Typen. Das war die Geburtsstunde der Fantastic Four von Marvel. Bestandteil von diesem Team war die Mutter aller Superheldinnen: Susan Storm alias Invisible Woman. Sie hat zwei Kinder, ist Wissenschaftlerin und natürlich Superheldin. Damit war der Grundstein für die moderne Heldenmama gelegt, die das Multitasking spielerisch beherrscht. Eine Leitfigur für zukünftige Heldinnen.

Ein ganz anderes Lebensmodell ist das von Virginia „Pepper“ Potts, der attraktiven Lebensgefährtin von Tony Stark aus Iron Man. Von der Sekretärin zur Geschäftsführerin aufgestiegen, leitet sie seit Iron Man 2 Tonys Firma. Mit den wachsenden Anforderungen und ihrer neuen Rolle als Business Woman kommt sie allerdings nur mäßig zurecht: Nach kurzer Zeit will sie das Handtuch schmeißen. Als Zuschauer fragt man sich: Darf eine Heldin Schwäche zeigen? In diesem Fall ja, denn Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) spielt streng genommen erst ab dem dritten Teil von Iron Man eine Superheldin, als sie von Tonys Erzfeind Aldrich Killian als Geisel genommen und ihr das sogenannte Extremis-Virus injiziert wird. Dadurch hat sie für kurze Zeit übermenschliche Kräfte, die sie dazu befähigen, Killian zu töten und Tony zu retten. Alles in allem überzeugt Pepper vor allem durch ihre menschlichen Wesenszüge, durch das Unperfekte: Eine Frau, die in ihre Führungsrolle erst hineinwachsen muss und schließlich doch als mutige Amazone überzeugt.

Filmszene aus "Iron Man".
Unternehmerin, Geliebte, Superheldin: Virginia Potts in Iron Man (© Marvel/Concorde)

Begegnungen auf Augenhöhe

Zwar werden Superheldinnen weiterhin sexy und körperbetont inszeniert, doch sie agieren zunehmend auf Augenhöhe mit ihren männlichen Counterparts. Ein Beispiel dafür liefert der Film Daredevil: Die Figuren der Elektra Natchios (Jennifer Garner) und ihr Exfreund Matt Murdock (Ben Affleck) kennen sich durch ihren damaligen Mentor Stick, der beide zu erstklassigen Kämpfern ausbildet. Als skrupellose Kriegerin teilt Elektra die moralischen Ansprüche von Matt allerdings nicht: Er will das Gute vor dem Bösen retten und sie wird zur Auftragsmörderin seines Gegenspielers Kingpin. Trotz ihrer Fähigkeiten bleibt es Elektra verwehrt, als Protagonistin in Daredevil zu brillieren. Denn die Hauptrolle von Daredevil wird Matt Murdock zuteil, sie ist also männlich besetzt.

Filmplakat von "The Avengers".
The Avengers retten die Welt (© Marvel).

Eine weitere hervorragend ausgebildete Superheldin findet sich bei den Avengers: Natasha Romanoff alias Black Widow (Scarlett Johansson) ist eine erstklassige Spionin mit überragenden Fähigkeiten im Nahkampf. Als ehemalige KGB-Agentin und aktive S.H.I.E.L.D.-Spionin hilft sie Tony Stark im Kampf gegen den Erzrivalen Ivan Vanko. Neben ihrer Funktion als gefährliche Geheimagentin ist Black Widow bei den Avengers zum einen Profi in Sachen Kampfkünste, zum anderen eine geschickte Akrobatin, tadellose Scharfschützin und clevere Strategin. Aufgrund ihrer vielen Facetten ist es umso verwunderlicher, dass Black Widow bis jetzt noch keinen Solofilm bei den Marvel Avengers bekommen hat – Erfolg dürfte ihre vielschichtige weibliche Rolle allemal haben.




Plakat der Netflix-Serie "Marvels".
Jessica Jones, alkoholkranke Privatdetektivin (© Marvel).

Die neue Diversität in Comics

Um neue Zielgruppen zu gewinnen, setzen Marvel, DC Comics und Konsorten bei ihren Superhelden seit einiger Zeit vermehrt auf Diversität: So werden immer mehr homosexuelle Helden als neue Charaktere aufgenommen, eine Farbige schlüpft ins Iron-Man-Kostüm und Thor wird plötzlich zur Frau. Ganz schön revolutionär für eine Branche, die so lange an ihrer klassischen Heldenrolle festgehalten hat. Erfrischend anders ist auch die Geschichte der alkoholkranken Privatdetektivin Jessica Jones (Krysten Ritter) aus der gleichnamigen Netflix-Serie Marvels: Sie ist ebenfalls attraktiv und begabt, doch durch ihre düstere Vergangenheit umgibt sie ein dunkler Schleier, der sich auch in ihrem Äußeren widerspiegelt: alles Schwarz in Schwarz – eine Emo-Superheldin, die von ihrer dunklen Vergangenheit eingeholt wird.

Obwohl Superheldencomics weiterhin ein von Jungen und Männern dominiertes Feld ist, hat sich in den letzten Jahrzehnten einiges in Sachen Frauenpower getan. Laut einiger Comicverlage konnten dadurch immer mehr Leserinnen gewonnen werden.

Lust auf noch mehr starke Filme voller Frauenpower? Kein Problem: Zunächst kommt Wonder Woman am 15. Juni in die deutschen Kinos. Ebenfalls in diesem Jahr folgt mit Justice League eine weitere Fortsetzung aus dem DC Universum. Um die Wartezeit zu überbrücken, haben wir folgenden Tipp: Die Top 10 Frauenpower-Filme bieten einen kompakten Überblick über Filme voller Action, die mitreißen und Spaß machen.

Diese Filme findet ihr als Video on Demand bei Videoload auf EntertainTV

Wonder Women
Catwomen
Batman vs Superman: Dawn of Justice
Fantastic Four
Iron Man
Daredevil
Avengers
Jessica Jones

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